Gekostet

Ein bisschen wie früher eben

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Susanne_Brenner
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Susanne Brenner über das Comeback der tollen Knolle Rote Bete.

Man sollte einen Text nicht mit „Früher war alles anders“ beginnen. Meistens endet er nämlich damit, dass es früher nicht nur anders, sondern auch besser war und die Nachgeborenen mal wieder den Kürzeren gezogen haben. Fangen wir also so an: Früher hieß die Rote Bete noch Rote Rübe. Als Kind aß man sie ganz gern, zusammen mit Bratkartoffeln und einem Fleischküchle, auch wenn die Mutter keinen besonderen Spaß bei der Zubereitung dieser Knolle hatte. Die Farbe ist eben hartnäckig und wenn Mutter beim Kochen patzte, sah sie aus wie eine potenzielle Patientin in der Notfallambulanz. Aber längst ist die Robe Bete „convenient“, es gibt sie nicht nur im Glas, sondern auch vakuumiert. Denn das rohe Gemüse von der „lästigen“ Schale zu befreien, ist nach wie vor unbequem. Das ist bei der Schwarzwurzel ja nicht anders, auch wenn man diese noch so beschönigend als „Winterspargel“ anpreist.Keine guten Voraussetzungen also für Rote Bete und Co, da es heutzutage doch vor allem darum geht, den Aufwand in der Küche zu reduzieren. Und mal ehrlich: Wer will sich denn noch die Finger schmutzig machen?„Immer mehr Genießer“, sagt die Gemüsezüchterin, die das natürlich freut. Junge Leute, die ihre Ernährung vermehrt auf vegetarisch oder vegan umstellen, erlebt sie als neugierig auf die traditionelle Knolle und deren „Betschwestern.“ Und es gibt Dutzende spannende Rezepte für das Gemüse. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass die Menschen sich inmitten der digitalen Welt gern mal die Finger schmutzig machen. Handarbeit ist halt etwas Handfestes und befriedigend noch dazu. Insofern ist es heute wieder ein wenig wie früher. Und da war ja auch nicht alles schlechter.

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