Ein ganzes Dorf für den Maibaum

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Maibaumstellen Durlangen-Zimmerbach
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Wenn am 1. Mai in vielen Orten Maibäume zu bewundern sind, liegen einige Wochen Arbeit hinter den Maibaumverantwortlichen

Durlangen-Zimmerbach

Schon seit einigen Wochen liegt die, von Rinde befreite, Fichte am Waldrand von Zimmerbach. Der Baum hatte mit seiner Größe von 26 Metern und seinem gerade gewachsenen Stamm, die besten Voraussetzungen, von der Zimmerbacher Maibaumgruppe, als diesjähriger Maibaum erwählt zu werden. Zur Freude der Mannen der Maibaumgruppe, konnte der Baum zusätzlich als Fichte identifiziert werde, was die Wahl erleichterte „Fichten haben ein geringeres Gewicht als Tannen“, erklärt dazu Maibaumkoordinator Thomas Winter. Der „Fälltrupp“ sorgt für ein gefahrloses „Ummachen“ der Fichte, dann kann bereits im Wald mit den ersten Arbeiten begonnen werden. Noch vor Ort wird der Baum von Ästen und Gipfel befreit und seiner Rinde beraubt. Eine Hochdruckdreckfärse verleiht dem Stamm später noch den letzten Schliff, unter großem körperlichem Einsatz werden hier die letzten Fetzen der Rinde und kleinere Äste entfernt. Jetzt liegt der prachtvolle Stamm zum trocknen am Waldrand und wartet auf seinen schmückenden Einsatz für den Monat Mai.

Während die männlichen Zimmerbacher jetzt etwas Pause haben, kommen die weiblichen Dorfbewohner zum Zug. Es gilt den Baum aufzuhübschen und mit Girlanden und Kränzen aus Reisig zu schmücken. Das kann allerdings erst einige Tage vor dem Aufstellen geschehen, trockenes Reisig hat die unschöne Eigenschaft zu Nadeln, das würde dem Baumschmuck schon vor seinem Einsatz schaden. Zwei Jahre Maibaumentzug haben die Zimmerbacher allerdings nichts von der anspruchsvollen Tätigkeit des „Kranzens“ vergessen lassen. Wie alles andere auch, besagt die Zimmerbacher Tradition, „gekranzt wird bei Pfeiders“, eine der letzten Hofstellen im Ort, deren Besitzer den „bürgerlichen Namen“ Kurz tragen.

Den Ästen zu Leibe rücken

Ein, mit Ästen hochbeladener Ladewagen erwartet bereits die Frauen, als Motivationsspritze stehen leckerer Kuchen und duftender Kaffee für die „Kranzerinnen“ bereit. Unter großem Hallo wird abgeladen, mit Gartenscheren wird den Ästen zu Leibe gerückt um die Reisigbüschel in der richtigen Länge den Damen an der Girlande und den Kränzen anzureichen. Das Wetter ist kühl, die Stimmung gut. Jede weiß was zu tun ist, die Gelenkigeren knien auf dem Boden und „zerlegen“ die Äste, im Sitzen wird der schwere Schlauch, der später mit Reisig versehen zur Girlande wird, von zwei Seiten aus mit dem duftenden Grünzeug ummantelt. Auch wenn es von unten später nicht sichtbar ist „der Schlauch muss komplett umwickelt sein“, erklärt die Kranzkoordinatorin Jasmin Herkommer. Auch für die beiden Kränze haben sich die langjährig erprobten Kranzerinnen, Biggi und Gitte wieder zur Verfügung gestellt. Wie eine gut geölte Maschine werden die Tannenwedelbuschen angereicht und von den Kranzerinnen um den stabilen Metallring gebunden. Auch die Girlande nimmt unter den flinken Händen von Nathalie und Andrea zügig ihre gewünschte Form an. „Rekordzeit“ stellt Biggi nach zwei Stunden Arbeitseinsatz fest, Kränze und Girlande liegen in ihrer Endform in der Halle, das Werk ist nahezu vollbracht.

Grube am Feuersee wartet

Am 30. April werden dann alle helfenden Hände benötigt, die sich zur Verfügung stellen - der Baum wird aufgestellt. Eine speziell für den Maibaum gegrabene und ausbetonierte Grube am Feuersee wartet auf ihren Einsatz. Der kahle Stamm wurde zuvor mit einem bunt geschmückten Tannengipfel versehen, Kränze und Girlande sicher befestigt.

Die ersten Höhenmeter überwindet der prachtvolle Maibaum zwischen den Zinken des Radladers von Reinhold, bevor die Mannen zu den Schwalben greifen, „diese alte Tradition haben wir beibehalten“, meint Thomas Winter nicht ohne Stolz. Das Prozedere dauert eine ganze Weile, „Gruppe Spielplatz“ und „Gruppe Kirche“ bekommen je nach gewünschter Richtung ihre Anweisung zum Hochdrücken des Baumes. Verfolgt wird das Spektakel, ebenfalls traditionsgemäß, nahezu vom kompletten „Restdorf“. Wenn das Werk vollendet ist, geht es an den gemütlichen Teil, der durchweg seine Berechtigung hat, manch Maibaum, der in der „Walpurgisnacht“ nicht bewacht wurde, fiel der Motorsäge von „Frevlern“ zum Opfer. Damit das in Zimmerbach nicht passiert gibt’s einen abendlichen gemütlichen Maibaumhock zu dem jeder willkommen ist. Im Schein des Lagerfeuers greifen einige Zimmerbacher zur Gitarre, vielstimmig erklingen Lieder.

Am 1. Mai wird der Platz in den frühen Morgenstunden für viele Gäste hergerichtet, der mobile Backwagen ist bereits angeheizt und wartet darauf die hungrigen Besucher beim Platzkonzert des Musikverein Zimmerbach mit frischen Fladen zu verwöhnen.

Info: Am Sonntagmorgen findet der Maibaumwettbewerb statt, den die Rotochsen Brauerei und die Schwäbische Post im Aalener Raum sowie die Heubacher Brauerei und die Gmünder Tagespost im Gmünder Raum veranstalten. Jurys fahren von Ortschaft zu Ortschaft und von Baum zu Baum, um das schönste Exemplar zu küren.

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Viele Arbeiten werden von den Herren der maibaumgruppe vor Ort i Wald erledigt
Viele Arbeiten werden von den Herren der maibaumgruppe vor Ort i Wald erledigt
Viele Hände, ein schnelles Ende. Für die Dekoration sind die Damen des Ortes mit viel Freude dabei
Viele Arbeiten werden von den Herren der maibaumgruppe vor Ort i Wald erledigt
Viele Hände, ein schnelles Ende. Für die Dekoration sind die Damen des Ortes mit viel Freude dabei
Viele Arbeiten werden von den Herren der maibaumgruppe vor Ort i Wald erledigt
Viele Hände, ein schnelles Ende. Für die Dekoration sind die Damen des Ortes mit viel Freude dabei
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Viele Arbeiten werden von den Herren der maibaumgruppe vor Ort i Wald erledigt
Für das Aufstellen mit Schwalben wird jede helfende Hand benötigt
Für das Aufstellen mit Schwalben wird jede helfende Hand benötigt
Für das Aufstellen mit Schwalben wird jede helfende Hand benötigt
Viele Hände, ein schnelles Ende. Für die Dekoration sind die Damen des Ortes mit viel Freude dabei
Für das Aufstellen mit Schwalben wird jede helfende Hand benötigt
Viele Hände, ein schnelles Ende. Für die Dekoration sind die Damen des Ortes mit viel Freude dabei
Viele Arbeiten werden von den Herren der maibaumgruppe vor Ort i Wald erledigt
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Viele Arbeiten werden von den Herren der maibaumgruppe vor Ort i Wald erledigt

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