Ein grüner Ort der Entspannung

  • Weitere
    schließen
+
-

"Unser Garten – schön wie nie". Lauschige Ecken und weitreichender Blick im Garten von Gertraude und Wolfgang Streicher in Ellwangen.

Ellwangen

Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage. Davon sind Gertraude und Wolfgang Streicher aus Ellwangen überzeugt. Sie sind längst in die grüne Oase verliebt. Viel Arbeit? "Ja, aber die macht Spaß", sagt die Gärtnerin, die über "learning by doing" zur Gartenexpertin geworden ist. Genau das hätte sie sich in ihrer Jugend nicht ausmalen können. "Damals habe ich mich über die Eltern aufgeregt, die ständig im Garten gearbeitet haben."

Längst sind sie und ihr Ehemann, ehemaliger Rektor der Karl-Stirner-Schule in Rosenberg , vom Gartenvirus infiziert. Das beginnt 1986. Das Ehepaar kauft sich ein großes Baugrundstück, mitten in einem Wohngebiet, von vielen Nachbarn umgeben. Insgesamt grenzen sieben andere Bauplätze an den Garten der Familie Streicher. "Lauter freundliche Menschen um ums herum, das macht keine Probleme", sagt Gertraude Streicher.

In den ersten Jahren gehört der Garten dem Nachwuchs, Sohn und Tochter können sich dort austoben, zwei frisch gepflanzte Obstbäume werden zu Torpfosten. Schon bald kommt der gestalterische Anspruch. Wolfgang Streicher greift zu Hacke und Schaufel, der inzwischen jugendliche Sohn hilft mit und so entsteht ein Gartenteich. "Nach und nach hat mein Mann jeden Quadratmeter des Gartens umgegraben." Der Kinderspielplatz wird zum Gartenparadies, zur gärtnerischen Herausforderung. "Alles selbst geschafft", sagt sie. Blühende Stauden, Gemüsebeet und Kräutergarten, eingerahmt von markanten Büschen und Bäumen. Ein Umfeld, das selbst den Urlaubsverzicht 2020 wettmacht. "Garten statt Spanien", sagt Gertraude Streicher und stellt fest: "Jetzt ist es hier so schön, warum sollen wir wegfahren?" Das i-Tüpfelchen hat der Garten dem Corona-Virus zu verdanken. Dieses Jahr hat die Familie noch mehr Zeit investiert als sonst.

Die Pflanzen

Und das gibt‘s im Garten zu sehen: Ein Felsbrocken, eine Bank aus Sandstein, das waren nach dem Teich erste Gestaltungselemente. Später kam ein Gartenpavillion dazu, "heute mein Espresso-Platz", so Gertraude Streicher. Bei diesem Genuss erinnert sie sich an eines der wenigen Missgeschicke im Garten. "Wir wollten den Pavillon beranken und nichts hat dort geklappt. Bis wir an eine weiß blühende Glyzinie geraten sind, die alles wunderschön einrahmt." Um diese Jahreszeit ist auch der Blick von der Terrasse und vom Esszimmer alles andere als gewöhnlich: Eine Rambler-Rose hat sich an der Felsenbirne hochgearbeitet und setzt tausende rote Blühpunkte. Ein Kirschbaum trägt Früchte, eine Korkenzieherweide ist optischer Ankerpunkt. Die filigranen Blätter der Tamariske, die im Frühsommer von der rosa Blütenfarbe zum satten Grün wechseln, ergänzen die starken Elemente im Garten.

Jetzt ist es hier so schön, warum sollen wir wegfahren?

Gertraude Streicher

Ein gedeckter Tisch

Umgeben sind sie von Bambus, Federmohn und blauer Glyzinie, Hängepetunien Hortensie und Herbstanemone. Mediterraner Flair kommt von Oliven und Lavendel. "Unser Garten ist bienenfreundlich und bietet auch Vögeln viel Raum", sagt Gertraude Streicher. Er ist natürlich auch ein bisschen schneckenfreundlich. Da hat sie immer ein Auge darauf. Denn der Gemüsegarten ist für die gefräßigen Tiere ein gedeckter Tisch. Die ganze Bandbreite lässt sich dort ernten: Salat, Bohnen und Wirsing, aber auch Kolrabi, Lauch und Zwiebel. Toll wächst der Rhabarber, so kräftig, "dass viele glauben, ich hätte ihn gedüngt". Küchenkräuter ergänzen den Nutzbereich. Minze, Zitronenmelisse und Salbai wachsen dort neben Schnittlauch und anderen Kräutern.

Bei allem Engagement lässt es sich im Garten auch entspannen. Meistens jedenfalls. Gertraude Streicher schätzt das richtige Arrangement von Töpfen und Accessoires auf der Terrasse. "Dann kann es sein, dass ich dreimal vom Liegestuhl aufstehe und einen Topf zurecht rücke." Dann bemerkt sie auch, wie wichtig ihr und ihrem Mann der Garten ist.

Gerade in Corona-Zeiten, in denen man kaum raus konnte. "Ich bedaure jeden, der keinen Garten hat", sagt sie. Und denkt dabei an den "letzten Luxus unserer Tage".

Schöner Wohnen im Freien: Gertraude und Wolfgang Streicher haben sich hübsche Plätze geschaffen. Nicht immer ist Arbeit angesagt, es bleibt auch Zeit für Entspannung und Genuss.
Das Auge bleibt an vielen Details hängen. Lavendel und Oleander sorgen für mediterranes Flair.
Skulpturen sind an vielen Stellen Blickfang.
Mit einem Teich startete die weitere Gartengestaltung.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL