Ein Jahr lang im Juze engagiert

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Beide profitieren von dem Freiwilligen Sozialen Jahr: Juze-Leiter Jörg Mayer und FSJlerin Selina Maria Fritz.
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Selina Maria Fritz macht ein Freiwilliges Soziales Jahr. Wie sowohl die 18-Jährige als auch das Jugendzentrum davon profitieren.

Ellwangen

Nach dem Schulabschluss ins Ausland fliegen, als Au-pair arbeiten oder Work and Travel machen – all das ist in diesem Jahr nur eingeschränkt möglich. Doch auch vor der eigenen Haustür gibt es Möglichkeiten, die Zeit zwischen Schule und Beruf zu überbrücken. Zum Beispiel mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) – ein solches macht Selina derzeit im Ellwanger Jugendzentrum.

Selina ist 18 Jahre alt, ihr FSJ im Juze neigt sich langsam dem Ende zu. Noch bis September arbeitet sie dort. Eines kann sie schon jetzt über ihre Zeit dort sagen: "In dem einen Jahr macht man eine krasse Entwicklung."

Auch brenzlige Situationen

Anfangs sei Selina, so sagt sie selbst, nicht so souverän gewesen wie sie jetzt ist. "Die Jungs waren zum Beispiel aufmüpfig" sagt sie. Damit umzugehen, musste sie erst lernen. Ab und an habe es auch brenzlige Situationen gegeben. "Mir war aber von Anfang an bewusst, dass das vorkommen kann." Und: Letztendlich habe sie aus diesen Situationen immer etwas gelernt.

Doch nicht nur wegen ihrer persönlichen Entwicklung habe sie von dem FSJ profitiert – die beruflichen Ziele sieht Selina nun auch klarer "Ich hatte eigentlich schon vorher Lust, im sozialen Bereich zu arbeiten", sagt die 18-Jährige. "Aber während des Abis hatte ich nicht wirklich Zeit, mir Gedanken darüber zu machen."

Den Alltag selbst mitgestalten

Dass Selina ihr FSJ letztendlich beim Juze machte, war kein Zufall. "Ich wollte in einen offenen Bereich, wo die Kinder freiwillig hingehen", sagt sie. Dort, im Juze, habe sie viele verschiedene Möglichkeiten, den Alltag in der Einrichtung mitzugestalten.

Wenn man sich generell für Soziales interessiert, ist es einfach, hier Spaß zu haben.

Selina Maria Fritz FSJlerin beim Ellwanger Juze

Genau das betont auch Juze-Leiter Jörg Mayer: "Es gibt ein vielfältiges Aufgabenfeld in diesem offenen Bereich." Die Juze- Mitarbeiter würden oft nicht wissen, was sie am nächsten Tag erwartet. "Es ist also sehr abwechslungsreich", so Mayer. Das bedeute aber auch, dass potenzielle Freiwillige ein gewisses Maß an Flexibilität mitbringen müssen. "Man braucht auch eine gewisse Grundoffenheit", ergänzt Selina. Aber offener zu werden, das lerne man dort ebenfalls mit der Zeit.

Verschiedene Seminare begleiten die jungen Menschen bei ihrem FSJ. Man lerne dort auch andere Freiwillige kennen, "und viel über die Bereiche, in denen sie arbeiten." Zum Beispiel über die Arbeit mit Pflegebedürftigen oder Menschen mit Behinderung. "Eigentlich hätten wir auch eine Ausfahrt nach Krakau gemacht", sagt Selina, "aber die ist wegen Corona ausgefallen."

Beide Seiten profitieren

Doch nicht nur die jungen Menschen, die sich ehrenamtlich in der Einrichtung engagieren, profitieren vom FSJ. "Das geht in beide Richtungen", sagt Mayer. "Es ist schön, wenn jeder seine Ideen miteinbringen kann." Denn das könne das Juze bereichern.

Selina hat sich beispielsweise besonders auf das Thema Nachhaltigkeit fokussiert. "Wenn man sich generell für Soziales interessiert ist es einfach, hier Spaß zu haben", sagt sie. Und nicht nur das Juze hat Selina mit ihrem FSJ bereichert. Sie selbst hat es ebenfalls weiter gebracht. "Das FSJ hat meinen Wunsch, im Sozialen zu arbeiten, bestätigt", sagt sie. "Im Oktober fange ich an, Soziale Arbeit zu studieren."

Weitere Informationen zu einem FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) in den verschiedensten Bereichen gibt es unter anderem unter der Adresse www.ellwangen.de im Internet.

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