Ein Musikfest voller Farben

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Tangoszene mit der Schauspielerin Margarete Lamprecht vom Theater der Stadt Aalen.
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Am Samstag, 2. März, wird in der Stadthalle Aalen ein internationales Klangfest gefeiert. Was sich dahinter verbirgt, erklärt Dirigent Markus Romes.

Es ist ein ganz besonderes Projekt: Am Samstag, 2. März, 19 Uhr, wird in der Stadthalle Aalen ein "Internationales Klangfest" gefeiert, bei dem auf der Bühne so viele unterschiedliche Menschen stehen werden wie vermutlich noch nie zuvor. 142 Profis und Amateure aller Kontinente und Generationen sind mit dabei. Gesangssolisten, Instrumentalisten auch selten gehörter Instrumente, Chöre, aber auch Theater und Tanz sind dabei zu erleben. Dagmar Oltersdorf sprach mit dem Arrangeur und Dirigenten des Projektes, Markus Romes.

Herr Romes, wie ist es denn zu dem außergewöhnlichen Projekt gekommen?

Markus Romes: Es gab bereits zuvor ein Projekt des Vereins zur interkulturellen Begegnung in Musik und Gesang unter dem Titel: "Leben und leben lassen". Wir haben mittlerweile ein großes Ensemble und alle hatten Lust, ein neues Projekt zu machen. Die Idee hinter diesem neuen Projekt ist, dass ja auch die Demokratie ein Kunstwerk ist, eines mit Verwundbarkeiten, eines, das uns herausfordert und sich somit auch prima fürs Musiktheater eignet.

Wie bringt man denn Menschen aus so vielen unterschiedlichen Kulturen überhaupt zusammen?

Es gibt da eine Anziehung, die Lust, was zusammenzumachen. Natürlich ist es in der konkreten Zusammenarbeit nicht immer ganz leicht – beispielsweise, wenn jemand bei den Proben lange nicht an der Reihe ist und warten muss. Dann regeln wir das ein wenig wie auf einem Tauschbasar: Ihr macht Eures, wie unseres ... und so weiter. Beteiligt sind fünf Kulturen, 17 Länder, zu hören sind 17 Lieder. Ein muslimischer Chor singt beispielsweise: "Die Gedanken sind frei". Musiktheater ist ja nicht in allen Kulturen verwurzelt mit seinen Anforderungen – aber irgendwann hat man die Probensituation schon im Griff.

Was ist dabei denn die größte Schwierigkeit, die größte Hürde?

Nun, es hat einen Riesenschub gegeben, als das professionelle Orchester dazukam. Alle waren danach wie elektrifiziert, alle haben gerne alles gesungen. Davor war das Üben schon eine Aufgabe, aber es gab keine herausragenden Probleme. Aber: Griechisch und Lettisch, Arabisch und Slowenisch zu lernen, was der Chor eben singen muss, das war schon eine Herausforderung. Die Sprachen mussten fleißig geübt werden. Wir hatten so eine Art Sprachdozenten, manches musste verlautschriftet werden. Mittlerweile singen wir alles auswendig.

Wie darf man sich denn den Abend vorstellen? Es klingt ein wenig nach Musical ohne roten Faden?

Es gibt einen roten Faden. Es wird eine Geschichte über die Kostbarkeit des Freiheitsgedankens erzählt – in verschiedenen Sprachen und Szenen.

Muss man für Freiheit und Demokratie denn wieder mehr streiten als noch vor zehn Jahren?

Der Impuls für das Projekt war schon ein politischer, aber es ist ein internationales Klangfest für alle Altersgruppen, politische Ideologien bleiben im Hintergrund. Es gibt einen tollen interkulturellen Chor, Gebete aus verschiedenen Religionsgemeinschaften, Lieder aus Estland und Lettland, von Mikis Theodorakis, dessen Lieder ja auch in griechischen Kneipen gesungen wurden. Es gibt auch eine extra Komposition, in der es um unsere Erde geht – eine Art Hymne. Wir präsentieren "Homeless" aus Afrika, ein Lied, das aufzeigt, dass Heimatlosigkeit alle treffen kann, ebenso einen Tango von Piazolla, in dem es auch um die Frage geht, wie man gemeinsam an der Demokratie basteln kann. Um auf ihre Frage zurückzukommen: Mit der Demokratie ist es ein wenig wie mit der Ehe: Es ist tödlich, wenn man denkt, sie ist sicher. Denn wenn man sich nicht kümmert, wendet sich der andere ab. Die Demokratie ist eine Art Lebensgefährte, der am morgen auch weg sein kann.

Was speziell bieten Sie denn den Besuchern in Aalen?

Als Speaker werden Menschen aus der Region zu dem Thema zu Wort kommen. Wir haben bereits den Kulturclub Antakya und das St.-Jakobus-Gymnasium Abtsgmünd mit im Boot, dazu kommen Schülerinnen und Schüler aus diversen Klassenstufen Aalener Schulen als Redner und Rednerinnen. Der Eintritt für Schüler ist übrigens frei.

Karten gibt es für 20 Euro im Vorverkauf bei der Tourist Informationen Aalen, online bei reservix und an der Abendkasse. Der Eintritt für Schüler ist frei.

Ticketverlosung:Die Zeitung verlost fünfmal zwei Tickets für die Veranstaltung. Wer gewinnen möchte, schickt bis Montag, 25. Februar, ein E-Mail an: verlosung@sdz-medien.de. Die Gewinner werden benachrichtigt.

Arrangeur und Dirigent Markus Romes

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