Durchgekaut

Ein Orden ohne Vegetarier

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Der Sauorden

Gerhard Königer über die Ritter der Goldenen Sau und ihre seltsamen Essgewohnheiten.

Sie sind der engste, nichtmaskierte Unterstützerkreis der „Schwarzen Schar“: die Ritter der golden Sau. Die ersten beiden wurden 1951 gekürt, zum 100-jährigen Bestehen der Pennäler Schnitzelbank, Julius Zimmerle und Josef Veit, ausgezeichnet für ihre Verdienste um die Ellwanger Fasnacht. Seitdem kamen immer wieder neue hinzu, auch weibliche. Sie tragen den Sauorden mit Stolz. Wann zum ersten Mal das gemeinsame Saukopfessen stattgefunden hat, müsste man recherchieren. Fest steht, dass jeden Fasnachtssonntag nach der Kirche im Nebenzimmer des „Roten Ochsen“ ein gesottner Schweinskopf serviert wird, sauber halbiert und garniert mit Petersilie. Die Ritter der Tafelrunde greifen, so weit man weiß, mit großer Begeisterung zum Schweinsbäckle. Auch der Rüssel soll ein begehrtes Stück sein, vor allem mit Meerrettich. Während das Ohr eher verschont bleibt. Dass es Vegetarier oder gar Veganer unter den Saurittern gibt, glaube ich nicht. Die Mitglieder der Schwarzen Schar werden sich im Vorfeld genau über die Essensgewohnheiten informieren. Und „Vorliebe für fleischlose Kost“ dürfte beim Orden der goldenen Sau ein Ausschlusskriterium sein. Franz Brenner hat manchmal seine Gitarre dabei und Fritz Widmann soll gerne Teile seiner Büttenrede zum Besten geben. Genaues weiß man nicht, weil die Ritterschaft ein geschlossener Kreis ist und auch das Schweinskopfessen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Auf jeden Fall ist nach dieser Mahlzeit jeder gut gerüstet für das abendliche Stelldichein mit der „Schwarzen Schar“.

gek

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