Abgeschnitten Dagmar Oltersdorf über ihren Freund, den Baum, und den Apfel

Ein richtiger Wunderbaum

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Auch ohne Äpfel schön anzusehen, so ein Apfelbaum.

Dagmar Oltersdorf über ihren Freund, den Baum

Mein Freund, der Baum, er lebt. Zu jeder Jahreszeit freue ich mich an ihm. Jetzt, im Winter, hänge ich mein Futter für die Vögel dran und habe Naturkino dank meiner gefiederten Gartenbesucher. Im Frühling sind die Blüten - weswegen der Baum ursprünglich angepflanzt wurde - von betörender Schönheit. Im Sommer spendet er mir Schatten, wenn die Sonne brennt und im Herbst dann Äpfel. Wenn's gut läuft. Tatsächlich habe auch ich mich nach drei Jahren über ein erstes Äpfelchen an meinen Baum gefreut. Geschnitten habe ich ihn nicht. Es ging noch mal gut. Ein Apfeljahr sorgte für eine reiche Ernte - Sorte Pilot. Die Äste bogen sich, einer brach. Knackig, frisch süß-säuerlich und monatelang haltbar waren die Früchte. Natürlich habe ich auch Freunde damit beglückt. Ein richtiger Wunderbaum. Dann war Schluss. So richtig in die Gänge gekommen ist mein Pilot bisher nicht mehr. Auch wegen des Apfelwicklers, der sich in die Früchte bohrt. Spritzen will ich nicht. Schöne Äpfel aber schon. Aber auch Experte Willy de Wit kennt hier kein Geheimrezept. Ja, den Leimring könnte ich versuchen. Habe ich schon gemacht - bisher erfolglos. Er rät mir aber zu einem Baumring: eine grasfreie Fläche rund um den Stamm von rund 80 Zentimetern. Den Grasschnitt gerne mulchen - „aber nicht mehr als drei Zentimeter hoch. Ich werde versuchen, alles umzusetzen. So oder so, mit oder ohne Äpfel. Er bleibt aber, was er ist. Mein Freund, der Baum. 

Dagmar Oltersdorf dot

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