Ein sehr besonderes Konzert

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Opernsänger und Moderator Patrick Simper (links) singt mit seinem beeindruckenden Bass in St. Blasius, Bopfingen. Rechts Pianist Alois Seidlmeier.

Wie der weitgereiste Opernsänger und Moderator Patrick Simper sich und seine Stimme in St. Blasius in Bopfingen präsentiert.

"Live – Sonderkonzert" ist die Großkarte übertitelt, mit der für das Konzert von Patrick Simper in der Bopfinger Stadtkirche geworben wird. Und so war es dann auch: ein sehr besonderes Konzert.

Nach der einleitenden "Europa-Hymne (von M.A. Charpentier, gespielt von Prof. Seidlmeier mit der Orgel) steht Patrick Simper auf der Kanzel und schmettert Martin Luthers "…feste Burg…" in den halbleeren Raum, die Kirche ist für 30 Euro pro Platz ausverkauft, man sitzt auf Corona-Abstand.

Pfarrer Steffen Schmid ergänzt den geistlichen Teil mit einem Gruß, Simper antwortet: "Ave Maria" (Gounod/Bach), jetzt auch mit dezenter Stimme und betont lyrischem Ausdruck. Es folgt die Monteverdi-Arie "Senecas Abschied", Prof. Seidlmeier kommentiert mit der Toccata d-moll von J.S. Bach, verzichtet auf die dazugehörige Fuge.

Patrick Simper singt jetzt mit großer Geste, großer Stimme, großem Tremolo von der Orgelempore. Die kleine Arie "Ombra mai fu" von G.F.Händel, instrumental bekannt auch als "Largo", ist wie für Simpers tiefen und dunklen Bass geschrieben, nicht anders die legendäre Sarastro-Arie aus der Zauberflöte. Die Kirche ist mit Wohlklang gefüllt.

Die Show geht weiter: Simper verlässt den Balkon, kommt singend mit eigenhändiger Gitarrenbegleitung ins Kirchenparkett, der "Irische Reisesegen" wird schließlich auch von der Orgel begleitet. Pfarrer Schmid trägt einen kurzen Saxophon-Akzent zur Begleitung bei.

Vor dem musikalischen Segen sprach Bopfingens Bürgermeister Gunther Bühler sein Grußwort voll Freude über die schöne Stunde.

Von Irland nach Russland, "Steppe ringsumher" heißt das russische Volkslied, das Simper mit wunderbarem Timbre zur Gitarre intoniert, wiederum unterstützt vom Pianisten Alois Seidlmeier, diesmal auf kleinem Akkordeon.

Dann der intellektuelle Höhepunkt des Abends: Simper leitet ein Chanson aus den "Moabiter Sonetten" ausführlich ein: gedichtet vom Nazi-Opfer Albrecht Haushofer im Gefängnis, vertont von Hans-Ulrich Brandt (*1961) im Couplet-Stil der Zwanzigerjahre.

Verdis Visitenkarte wird mit einer Arie aus "Nabucco" abgegeben. Nach Richard Wagners "König Heinrichs Gebet" wird Partick Simper moderatorisch und lustig ("…handelt von König Heinrich dem Vogler – ohne Umlaut…").

Der Programmzettel ist abgesungen mit "Old Man River", Simper dankt für das Konzert und organisiert eine spontane Abstimmung des Publikums, dass es noch so ein Konzert geben möge. Das Publikum bestätigt dankend mit ausführlichem Beifall.

Patrick Simper dankt Prof. Hahn für dessen Drängen auf dieses Konzert und dem Publikum mit der Zugabe "Those were the days…"

Rainer Wiese

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