Ein Selbstversuch im Kletterpark

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Der Skypark Epia in Wetzgau. Bis zu 22 Meter geht es hier in die Tiefe. Zwölf verschiedene Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeiten warten hier auf Kletterabenteurer.
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Zwölf Parcours, knapp 1,5 Kilometer Gesamtlänge und bis zu 22 Meter Höhe – der Skypark Epia in Wetzgau. Ein Abenteuer für Schwindelfreie.

Rehnenhof-Wetzgau

Der erste Schritt ins Ungewisse– bloß nicht nach unten sehen. Gut sechs Meter geht es in die Tiefe. Egal. Augen zu und durch. Langsam stelle ich den Fuß auf die erste, wacklige Stufe. Dann folgt der zweite. Eigentlich halb so wild. Nur eben etwas wackelig. Auf der anderen Seite angekommen blicke ich auf die überwundene Schlucht zurück – doch das war erst der Anfang.

In schwindelerregender Höhe wartet das letzte Mikroabenteuer. Genauer gesagt in Wetzgau bei Gmünd beim Himmelsstürmer. Dort liegt der Skypark Epia. Zwölf verschiedene Parcours – fürs Kleinkind bis zum Profi – erwarten Kletterabenteurer dort. Auf einer Gesamtlänge von knapp 1,5 Kilometern können sich Jung und Alt, Anfänger und geübter Kletterer, austoben. Die höchste Stelle: 22 Meter.

Doch damit der Kletterpark nicht zu meiner letzten Ruhestätte wird, verpassen mir die Experten erst einmal Sicherheitsausrüstung samt Einweisung. Nach einer kurzen Demonstration der Angestellten darf ich beweisen, dass ich alles verstanden habe und werde entlassen. So mache ich mich also auf die Suche, nach meinem ersten Parcours.

Ab in die Baumkronen!

Mit dem Kopf im Nacken starre ich gen Himmel. Durch die Baumkronen ziehen sich Hängebrücken, mit Seilen befestigte Sprossen oder nur Seile zum Balancieren. An den Bäumen selbst sind Plattformen aufgebaut. Vereinzelt hängen Kletterer in den Seilen. Wo soll man da nur anfangen? Ich bleibe realistisch und entscheide mich für den roten Parcours. Schwierigkeit: Kinder und Familie. Trotzdem eine Höhe von sechs bis acht Metern. Der Boden unter meinen Füßen ist alles andere als stabil. Schwankende Holzklötze in Plus-Form dienen mir als Weg über die Schlucht. Aber: Sie entgleiten mir und meine Füße finden keinen Tritt mehr darauf. Da hilft nur eins: Ich mache mich so lang ich kann und schnappe mir die nächste Sprosse. Dann die Nächste, dann die danach.

Die Schwierigkeit steigern

So, genug Schabernack. Zeit für einen richtigen Parcours. Die graue Route. Für Kraft und Ausdauer. Schwierigkeit: sechs von sechs. Höhe: sieben Meter. Die erste Hürde meistere ich noch recht entspannt. Doch dann wird's hart: Gut zehn Meter muss ich zum nächsten Baum zurücklegen. Seile mit Steigbügeln an den Enden sind meine Trittmöglichkeiten über die Schlucht. Auch Seilschlingen und an Seilen befestigte Äste stehen mir zur Verfügung. Ich stecke meinen Fuß in den ersten Steigbügel und mache mich auf den Weg.

Nach ungefähr der Hälfte bin ich ziemlich ins Schwitzen geraten. Ein Blick über die Schulter bringt mich auf den Boden der Tatsachen: Statt in der Hälfte der Übung zu stecken, habe ich gerade einmal zwei Meter geschafft. Das Meiste liegt noch vor mir. Mit Schweißperlen auf der Stirn kämpfe ich mich durch den Kurs. Auf der nächsten Plattform entdecke ich eine Sitzbank. Endlich drüben angekommen, lasse ich mich auf die Sitzgelegenheit fallen. Nach einer kurzen Pause bringe den grauen Parcours zu Ende.

Geschwindigkeit und Aussicht

Nach meinem Martyrium auf dem grauen Parcours stecke ich ein Stück zurück. Auf dem Plan des Parks springt mir die grüne Route ins Auge. Flying Fox heißt sie. Besteht hauptsächlich aus Seilbahnen. Genau das Richtige, um wieder etwas runter zu kommen! Der Parcours hält sein Versprechen: Eine Seilbahn quer durch den Wald und über eine Schlucht erwartet mich. Wie schnell ich bin? Keine Ahnung. Aber der Fahrtwind tut gut. So seilbahne ich mir meinen Weg durch die grüne Route – ganz stressfrei.

Bevor die schwerste Piste kommt, will ich mich noch etwas schonen. Deshalb widme ich mich noch dem violetten Parcours. Es ist die Aussichtsroute des Parks. In 22 Metern Höhe sieht man ganz schön viel: Schluchten mit Felswänden durch die ein kleiner Bach fließt, andere Kletterer, die in weiter Ferne in den Bäumen hängen oder den Himmelsstürmer.

Der schwarze Parcours

Kraft und Ausdauer hab ich schon hinter mir, zum Glück. Aber eine Sache wäre da noch: der schwarze Parcours. Sozusagen die schwarze Piste. Titel: Kraft und Adrenalin. Das Richtige als Abschluss. Ich darf erst nach einer kleinen Extraeinweisung loslegen. Mir wird klar: dieser Parcours bietet keine halben Sachen. Bei den anderen Parcours gab es genügend Möglichkeiten zum Festhalten. Aber nicht hier. Nur eine Slackline, eine Art Seil zum darauf balancieren, ist über den Abgrund gespannt. Nichts zum Festhalten.

Mit einem mulmigen Gefühl mache ich den ersten Schritt, setze einen Fuß vor den anderen. Im Schneckentempo überquere ich die Schlucht. Eigentlich bin ich schwindelfrei, aber diese Übung hat's in sich. Im Kopf schreibe ich schon mein Testament, doch ich schaffe es unbeschadet.

Moment mal! Zu meiner Plattform führen zwei Wege. Einer über die Slackline, einer über mehrere Haltegriffe zum Hangeln. Und dann kommts: "Einfach noch mal zurück!", ruft mir der Mitarbeiter zu, der mich im Blick behält. Ernsthaft? Noch einmal über diese Höllenschlucht? Ich kämpfe mich erneut über die Slackline, um die Hangelroute zu nehmen. Mit aller Kraft hangle ich von Griff zu Griff. Die Kraft in den Fingern schwindet. Mit letzten Reserven schmeiße ich mich auf die Plattform.

Letzte Etappe des schwarzen Parcours: der Basejump. An einer Vorrichtung hänge ich mein Gurtzeug ein. Ein Blick nach unten und mir wird schon wieder schwindelig: Kerzengerade geht es mindestens zehn Meter in die Tiefe. Ich mache einen Schritt über die Kante und falle. Direkt greift die Sicherung – und ich gleite langsam zu Boden.

Eintrittspreise im Skypark Epia: Komplettpaket mit dreieinhalb Stunden Kletterzeit: Erwachsene ab 18 Jahren 22 Euro, Jugendliche von 14 bis 17 Jahren 18 Euro und Kinder von sechs bis 13 Jahren 15 Euro. Familienkarte komplett mit drei Stunden Kletterzeit: zwei Erwachsene und zwei Kinder 68 Euro. Ein Erwachsener und ein Kind 35 Euro. Jedes weitere Kind: 13 Euro. Familienkarte leicht mit eineinhalb Stunden Kletterzeit: zwei Erwachsene und zwei Kinder: 30 Euro. Jedes weitere Kind: 5 Euro. Einzelparcours: Familienparcours (rot, gelb, orange) mit eineinhalb Stunden Kletterzeit: 9,50 Euro. Drei Parcours nach Wahl: 14 Euro. Kleinkindparcours: 2,50 Euro. Weitere Infos finden Sie auf skypark.de

Der Skypark Epia in Wetzgau. Bis zu 22 Meter geht es hier in die Tiefe. Zwölf verschiedene Parcours in unterschiedlichen Schwierigkeiten warten hier auf Kletterabenteurer.
Gar nicht so leicht: Ein Spaziergang sieht anders aus. Tipp: Nicht in Jeanshosen klettern gehen!
Erst nach einer kurzen Sicherheitseinweisung kann das Kletterabenteuer losgehen.

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