Tradition

Ein waches Auge

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Kuno Staudenmaier über die Münsterbauhütte, die keine Hütte ist.

Gearbeitet wird an gotischen Kathedralen schon immer. Das Wort "Bauhütte" wird aber Goethe zugeschrieben, der den Begriff in seinem Aufsatz "Kunst und Alterthum am Rhein und Mayn" verwendet. Vermutlich, weil diese Werkstätten meist aus Holz gebaut waren. Eine solche Bauhütte sucht man am Münsterplatz in Schwäbisch Gmünd vergeblich. Dort steht ein stattliches Steinhaus aus dem 19. Jahrhundert mit angegliederter Werkstatt. Hier geht die Arbeit nie aus. Zum Wohl des gotischen Baus, aber auch zur Sicherheit der Menschen. Die Witterung nagt am Stein der Kirche, nur durch regelmäßige Untersuchungen und rechtzeitige Sanierung lässt sich verhindern, dass sich Teile plötzlich lösen und zu Boden fallen. Dem Erhalt kommt entgegen, dass die Fachleute in der Münsterbauhütte "ihre" Kathedrale in- und auswendig kennen, jede kleine Veränderung sehen und reagieren können. Das gilt auch für das Innere der Hallenkirche. Dort gab es 1975 einen Vorfall, der die längste Sanierungsphase auslöste: Teile des Gewölbes sind über Nacht zu Boden gegangen, die Kirche musste vorübergehend geschlossen werden. Eine große Spendenwelle aus der Bevölkerung und Gelder der öffentlichen Hand waren nötig, um das Heilig-Kreuz-Münster rundum zu erneuern. 30 Jahre lang.

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