Einblicke in die Ausstellung zum Einhorn-Mythos

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"Man wollte die Identität ausrotten, als man sich Gmünd einverleibte, wollte zeigen, wie verwundbar diese Macht ist", so Dr. Max Tillmann über den zerstörten Wappenstein aus dem Jahr 1497/98. Kaum noch sichtbar sei das abgeschlagene Einhorn mit dem erhobenen Vorderbeinen auf diesem kulturgeschichtlichen Artefakt. Wappensteine waren als Hoheitszeichen an den Stadttürmen angebracht, zerstört wurde diese, als die Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts dem Königreich Württemberg zugeschlagen wurde. Zu finden ist es im Kapitel: "Prinz Lir und der Kampf gegen den roten Stier", in dem es um Heroismus, Herrschaft und Zerfall geht.
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"The last unicorn" im Gmünder Museum im Prediger wäre verlängert worden. Was hinter den nun verschlossen Türen zu sehen ist.

Sie hat auch überregional Wellen geschlagen – die Ausstellung "The last unicorn" im Schwäbisch Gmünder Museum im Prediger. Grund genug, dass diese eigentlich bis zum 10. Januar 2021 verlängert wurde. Erzählt wird in umfangreichen Werkschau die Geschichte des letzten Einhorns nach dem Roman von Peter S. Beagle, der 1968 erschienen ist. Literatur, die mehr als 50 Jahre alt ist. Wegen des aktuellen Lockdowns bleibt die Ausstellung aber nun geschlossen. Diese Zeitung will denjenigen, die sie nicht besuchen konnten, trotzdem einige der Exponate zeigen.

Der Roman als bunter Faden

Der Mythos des Einhorns ist viel älter als Beagles Geschichte – nicht nur in der Einhornstadt Gmünd. Diesem Mythos begegnet die Ausstellung "im Spiegel der Popkultur", wie sie untertitelt ist. Sie stellt darin auch Kunstwerke vergangener Epochen zeitgenössischen Arbeiten gegenüber. Insgesamt 61 Exponate sind in "The last unicorn" vereint, angelehnt an die Romanvorlage in fünf aufeinanderfolgenden Kapiteln. Die Ausstellungsmacher um Museumsleiter und Kurator Dr. Max Tillmann haben in ihrer Konzeption diese Kapitel farbig gekennzeichnet. Tannengrün, blutrot, nachtblau sind nur einige davon.

Farben, die nicht nur der inhaltlichen Orientierung dienen sollen, sondern für den Betrachter neben dem visuellen Genuss auch Spannung erzeugen. Zusätzlich zu der Spannung, die durch die enorme Vielfalt der Werke aus den unterschiedlichen Epochen ohnehin entsteht.

Einen Einblick in diese Vielfalt zeigen fünf Exponate aus der Ausstellung, ausgesucht von Dr. Max Tillmann. Das größte, das kleinste, das kurioseste, das älteste und das neueste Kunstwerk.

Dr. Max Tillmann zeigt mit der Einhornskulptur von Sepp Baumhauer nicht das kleinste Exponat. Sondern mit dem "Floating Spiral Stare Case to an Ecology of Mind" des US-Amerikaners Rem Denizen mit einem Umfang von 228 x 268 x 236 cm das größte und für Tillmann mit herausragendste Werk der Ausstellung – weil es Kunsthandwerk mit zeitgenössischer Kunst verbindet. Die vierteilige Installation ist aus bearbeiteten Walnuss- und Ahornholz, bemalt mit Kugelschreibertinte. Das lasse sie magisch schillern. "Es erzeugt einen Wow-Effekt", so Tillmann. Das Werk verbinde Popkultur mit Tiefgang unter der Oberfläche, stehe somit sinnbildlich für die Ausstellung.
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Dr. Max Tillmann zeigt mit der Einhornskulptur von Sepp Baumhauer nicht das kleinste Exponat. Sondern mit dem "Floating Spiral Stare Case to an Ecology of Mind" des US-Amerikaners Rem Denizen mit einem Umfang von 228 x 268 x 236 cm das größte und für Tillmann mit herausragendste Werk der Ausstellung – weil es Kunsthandwerk mit zeitgenössischer Kunst verbindet. Die vierteilige Installation ist aus bearbeiteten Walnuss- und Ahornholz, bemalt mit Kugelschreibertinte. Das lasse sie magisch schillern. "Es erzeugt einen Wow-Effekt", so Tillmann. Das Werk verbinde Popkultur mit Tiefgang unter der Oberfläche, stehe somit sinnbildlich für die Ausstellung.
Unter Kapitel 5 findet sich das aktuellste Werk. Maureen Jerams "Cotton Candy" aus dem Jahr 2019. "Ein Werk der Popkultur, von dem man direkt angesprochen wird", so Tillmann. Vordergründig ein Mädchen, hintersinnig ein gezeigter Entwicklungsprozess, der die "Affinität zum Stoff auf den Punkt bringt."

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