Eine anhängliche Gefahr

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Auf einer schönen Sommerwiese können Zecken lauern. In dieser Region sind sie weit verbreitet.
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Die Zeckensaison beginnt und damit wächst das Risiko, gestochen zu werden. Wie man sich schützt und was man tut, wenn man doch gestochen wurde.

Aalen

Sie lauern im hohen Gras, in Büschen und im Unterholz. Besonders aktiv sind sie zwischen April bis Juni und im September und Oktober. Sie übertragen Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Und seit Jahren ist der Ostalbkreis mit fast allen Landkreisen Baden-Württembergs FSME-Risikogebiet. Wer viel draußen unterwegs ist, kennt das Problem: Zecken lauern in der Natur. Und ein Zeckenstich ist schnell passiert.

Das vergangene Jahr: Im Jahr 2020 stieg die Zahl der FSME-Erkrankungen durch Zeckenbisse in Baden-Württemberg auf Rekordhöhe. Aus 38 von 44 Kreisen wurden insgesamt 350 Fälle von FSME an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Mehr als doppelt so viele wie im Jahr davor (171). Im Ostalbkreis waren es laut Angaben des RKI im vergangenen Jahr acht Fälle (2019: zehn Fälle), das teilt das Landratsamt mit.

„Milde Winter sorgen für eine stärkere Zeckenpopulation im Frühjahr und dieser Winter war relativ mild“, teilt Oliver Bayer, Pressesprecher der AOK Ostwürttemberg mit. Und weiter: „Corona bedingt sind die Menschen eher zuhause. Wenn ein eigener Garten zur Verfügung steht, wird dort verstärkt gearbeitet, gespielt und relaxt.“

Parallel dazu mieden die Menschen andere Menschen und gingen dafür verstärkt in die Natur – Wandern, Joggen, Rad fahren. „Bei beiden Situationen ist das Risiko hoch, von einer Zecke befallen zu werden“, so Bayer.

Der Ostalbkreis gilt schon länger als FSME-Risikogebiet. Bis zu fünf Prozent der Zecken in einer Herde können mit dem Virus infiziert sein, so die Einschätzung der AOK.

Gefährlicher geworden sind Zecken in den vergangenen Jahren nicht. „Aber immer mehr Menschen kommen mit ihnen in Kontakt“, erklärt Bayer. Zecken halten sich bevorzugt in Wäldern in nicht zu trockenen Lagen in hohem Gras und Gebüsch sowie in losem Laub auf.

Wie man sich schützen kann: Am besten hilft, sich nicht im hohen Gras und im Unterholz aufzuhalten, wo sich Zecken am liebsten befinden. Die richtige Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen in die Socken gesteckt) erschwert Zecken den Zugang zur Haut. Besser zu erkennen, sind die Spinnentiere auf heller Kleidung.

„Es gilt, nach jedem Natur-Aufenthalt den eigenen Körper systematisch nach Zecken abzusuchen - vor allem in Kniekehlen, zwischen den Oberschenkeln und in den Achselhöhlen“, so der AOK-Pressesprecher.

Bei Kindern sind außerdem Kopf, Haaransatz und Nacken häufig betroffen. „Die AOK empfiehlt allen Menschen, die sich häufiger in der Natur aufhalten, eine Impfung gegen FSME“, so Bayer. In Risikogebieten wie Baden-Württemberg und Bayern werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. „Bei FSME kann es zu einer Gehirnhautentzündung kommen“, erklärt der AOK-Pressesprecher. „Glücklicherweise laufen die meisten noch harmlos wie eine leichte Sommer-Grippe ab.“ Während gegen FSME nur eine Impfung hilft, hilft bei Borreliose eine Antibiotika-Behandlung.

Doch gestochen: Die Zecke sollte in jedem Fall schnell entfernt werden. Der Borreliose-Erreger braucht etwa zwölf Stunden, bis er in den menschlichen Organismus übertragen wird. Zecken verankern sich beim Stich mithilfe kleiner Widerhaken in der Haut und sondern zusätzlich eine Flüssigkeit ab, mit der sie sich an der Haut festkleben. Am besten entfernt man eine Zecke mit einer spitzen Pinzette, einer speziellen Zeckenkarte, Zeckenpinzette oder Zeckenschlinge, die es in der Apotheke zu kaufen gibt. Die Zecke sollte möglichst nah an der Haut gepackt und behutsam senkrecht herausgezogen werden. Sie sollte möglichst wenig gequetscht werden. Bayer empfiehlt: „Den Stich beobachten. Falls es zu einer großflächigen Rötung kommt, den Arzt aufsuchen.“

Die Zecke unschädlich machen: Hier sollte darauf geachtet werden, nicht mit der Zecke in Kontakt zu kommen. Am besten legt man das Tier in hochprozentigen Alkohol oder Desinfektionsmittel, zerdrückt es mit einem harten Gegenstand oder verbrennt sie. Die Zecke den Abfluss herunterzuspülen bringt nichts, denn die Tiere sind hartnäckig und überlegen auch einen 40-Grad-Waschgang in der Waschmaschine.

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