Eine modere Welturaufführung Alter Musik im Ostertag

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Baroque for you startet als neue Formation gerade durch. Bei der Eröffnung des Festivals für Alte Musik Aalen – FAMA – wird sich das Ensemble am Freitag, 17. September, in der Villa Stützel vorstellen.
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Das Festival für Alte Musik Aalen FAMA präsentiert im September ein rund 300 Jahre altes Oratorium. Was sonst noch auf dem Programm steht.

Jahrelanges Aufarbeiten steckt dahinter, wenn am Sonntag, 20. September, das Oratorium "Abramo" seine moderne Welturaufführung beim Festival für Alte Musik Aalen, kurz FAMA, feiern wird. Ein ungewöhnliches Werk in einem ungewöhnlichen Rahmen. Denn für dieses Konzert verlässt die veranstaltende Villa Stützel ihre Räume und zieht ins Ostertag. Für den Sänger Robert Crowe, der das Oratorium von Torri aus spärlich vorhandenen Notenvorgaben neu aufgeschrieben hat, ein Ort "mit sehr guter Akustik" und schon deswegen ein passender Ort.

Insgesamt fünf Konzerte stehen auf dem Programm des zweiten FAMA. Herzstück ist das schon genannte Oratorium von Pietro Torri. "Wir wollten das machen", sagt Dr. Ralf Kurek, Gründer des Festivals. Dass man so ein solches auch in Coronazeiten veranstalte, sei auch der Resonanz nach den ersten Konzerten in der Villa nach dem Lockdown zu verdanken. Das Publikum sei sehr glücklich gewesen. Man biete mit dem Festival alte Musik an und lade deshalb ja ohnehin nicht zu "Massenveranstaltungen". "Wir hatten schon Cembalokonzerte mit 18 Zuhörerinnen und Zuhörerinnen", sagt Kurek.

Mehr dürften es bei den Konzerten des Festivals schon werden. Denn zu Gast sind "unbekannte Newcomer, aber auch bekannte Gesichter", sagt Dr. Sandra Röddiger, die zusammen mit ihrem Mann Ralf Kurek die Villa Stützel seit ein paar Jahren auch als einen Ort für Kultur führt. "Wir ziehen das durch, mit oder ohne Corona". Im wesentlichen handele es sich bei den Konzerten um kleine Formate, die man im Wintergarten oder sogar im Park der Villa machen könne.

So etwa auch die Festivaleröffnung mit Baroque for you am 17. September. Ein neu gegründetes Ensemble, das Musik um 1650 aus Holland und Italien spielt bis hin zu Telemann-Kompositionen. Ebenfalls in der Villa zu erleben sein werden die Sopranistin Giorgia Cappello und Daniel Gerzenberg am Cembalo bei "Crown the altar" am 18. September. Ein Abend, bei dem es auch um Lyrik gehen wird. Die Barocke Marktmusik am Samstagmorgen, 19. September, mit Julia Gillich-Naroschnaja findet in Kooperation mit der Evangelischen Kirchenmusik in der Stadtkirche statt.

Wenn alte Musik richtig gemacht wird, dann ist sie eine Neuentdeckung.

Robert Crowe Künstlerischer Leiter Fama

Erstmals in den Ostertag geht es dann am Samstagabend die dreifache Echo-Preisträgerin Christina Pluhar ist zu Gast mit ihrem Ensemble L'Aprregiata, Kurek hatte die Harfenistin aufs Gradewohl angerufen hat, weil ihr Konzert beim EKM in Gmünd ausgefallen war. Und hatte Erfolg.

Ebenfalls im Ostertag wird am Sonntag, 20. September, "Abramo" aufgeführt. Robert Crowe, auch künstlerischer Leiter des Festivals, hat das Oratorium "aus alten Handschriften in eine lesbare Notenschrift gebracht", so Dr. Sandra Röddiger. Nur zwei dieser Handschriften existieren überhaupt noch, wie Crowe, der die Partie des Engels singen wird, ergänzt.

Rund zweieinhalb Stunden inklusive Pause dauert die Eigenproduktion mit insgesamt 15 Musikern und Sängern. Die man nicht verpassen sollte. "Wenn alte Musik richtig gemacht ist, dann ist sie eine Neuentdeckung", sagt der Musikwissenschaftler Robert Crowe. "Es gibt diese schwere Tradition nicht. Man kann frei sein."

Kommt zum FAMA: Christina Pluhar.

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