Jahresrückblick Dezember 2021

Eine Notlösung läuft gut

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Sechs Standbetreiberinnen mit OB Richard Arnold, Christine Hüttmann und Sabrina Hieber von BIWAQ, Marktorganisator Robert Frank und dem Wirtschaftsbeauftragten Alexander Groll im Pop-up-Weihnachtsmarkt in der Bocksgasse 3.

Stadt organisiert nach der Absage für 15 Standbetreiber einen Verkauf ihrer Geschenkartikel in vier Leerständen beim Marktplatz.

Schwäbisch Gmünd

Es sollte alles anders sein, wieder so wie früher. Doch der Gmünder Weihnachtsmarkt musste auch in diesem Jahr der Corona-Pandemie weichen - obwohl die Stadtverwaltung lange wartete bis zur Absage. Doch einige Standbetreiber, vor allem Ehrenamtliche, hatten ihre Teilnehme schon abgesagt.

Nach der Absage organisierte die Verwaltung rasch eine Alternative: einen Pop-up-Markt: 15 Standbetreiber, die auf dem traditionellen Weihnachtsmarkt ihre Sachen verkaufen wollten, nutzten das Angebot der Stadt, in vier leerstehenden Läden im Stadtkern ihre Artikel anzubieten.

In der Bocksgasse 3 fanden Besucher - unter Einhaltung der Corona-Regeln - Krippen und Christbaumschmuck von Heike Böger, Elfen aus Ton von Karin Lutz, Weihnachtsdeko von Carmen Leischner, Handgemachtes aus Seide und Wolle von Erika Mozer, Bücher, Geschenke und Deko von Martina Stütz und Artikel aus Stoff und Filz von Lila Morgenschön. Oberbürgermeister Richard Arnold erläuterte, weshalb der Stadt diese Initiative wichtig war: Dies sei der zweite Weihnachtsmarkt, der ausfalle. Und dass er Angst habe, die Standbetreiber zu verlieren. Er wolle sie halten, mit ihnen die Tradition des Weihnachtsmarktes und damit ein Stück Heimat, sagte Arnold.

Ein paar Häuser weiter boten in der Kornhausgasse 5 Walburga Weinmann Quilts, Isolde Schierle Kerzen und Geschenke, Maren Schulz handgemachten Schmuck, Lucia Leicht Wildkräuterprodukte, Monika Maiter-Sabouni Taschen, Kissen und Socken und Bernardo Cirulla Bio-Orangen und Olivenöl.

Robert Frank, der Organisator des Gmünder Weihnachtsmarkts, sagte, es gehe um das Zusammenwirken. Dazu gehören auch die Besitzer der aktuell leeren Ladengeschäfte. Die Standbetreiber hätten hohe Einbußen gehabt, da müsse man solidarisch sein, sagt Klaus Kränzle, weshalb er seinen Laden kostenfrei zur Verfügung stellt. So sieht dies auch Beatrix Welz.

Und schon wenige Tage später zeigten sich die Standbetreiber, die ihre Waren nun in Geschäftsräumen feilboten, durchaus zufrieden mit der Notlösung. Die Besucherresonenz sei „grundsätzlich positiv“, sagte zum Beispiel Monika Maiter -Sabouni. Für manche wie Heike Böger lief es sogar „besser als erwartet“.

Die Tradition und ein Stück Heimat erhalten.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister
  • Gmünd hilft Händlern
  • Die Stadt hat im Frühjahr 2020 Händlern mit bis zu drei Mitarbeitern Darlehen gegeben. Von 250 000 Euro wurden 200 000 Euro abgerufen. Die Darlehen hätten zum 1. Januar 2022 zurückbezahlt werden sollen. Die Stadt verlängerte diesen Zeitraum nun angesichts der erneuten Corona-Welle bis zum 1. Juli 2022, kündigt Wirtschaftsbeauftragter Alexander Groll an.
  • Oberbürgermeister Richard Arnold wandte sich auch an die Landesregierung mit der Bitte, die Betreiber der Weihnachtsmarktstände für die Absage der Märkte im Land zu entschädigen. Bis Redaktionsschluss allerdings war keine Antwort aus Stuttgart bekannt geworden.

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