Eine unparteiische Sicht auf die Ostalb

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Als Schiri zum Ostalb-Kenner geworden: Andreas Winter.
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Der Schiedsrichter Andreas Winter bewegt sich viel auf und neben den Fußballplätzen der Region und gibt Einblick in „seine“ ganz persönliche Ostalb.

Abtsgmünd

Über die Meinung eines Unparteiischen wird bekanntermaßen oft diskutiert. Darüber, dass Schiedsrichter Andreas Winter die Ostalb wie seine Westen-, besser: seine Brusttasche kennt, aus der er ab und an gelbe Karten zieht, lässt sich nicht streiten. 

Unter normalen Umständen pfeift Winter jedes Wochenende Fußballmatches diverser Spielklassen auf verschiedenen Plätzen der Ostalb. Seine Passion, die er 2002 im Alter von vierzehn Jahren in Ellwangen begann, bringt ihn an die unterschiedlichsten Orte der Region und in Berührung mit deren Bewohnern. Nun spricht der Abtsgmünder Referee über seine Eindrücke zu den verschiedenen Menschen, der vielfältigen Landschaft und gibt seine persönlichen Tipps zur Ostalb.

Winters Einsatzgebiet kann sich sehen lassen: Ob Neresheim im Südosten der Alb, der Westen rund um Schwäbisch Gmünd, Gemeinden wie Hüttlingen oder das Härtsfeld bei Aalen, die Gebiete in Lauchheims Umgebung oder Ellwangen im Norden - Winter kennt fast jeden Winkel des Ostalbkreises. „Ich bin jedes Wochenende auf unterschiedlichen Plätzen in der Region unterwegs. Es gibt vollkommen unterschiedliche Charaktere - auf und neben dem Platz“, erzählt der Referee. Was für Winter wirklich zählt, ist der direkte Kontakt zu Menschen vor Ort. „In ländlicheren Gebieten sind die Menschen emotionaler und es sind tatsächlich auch mehr Zuschauer beim Spiel. Beim SSV Aalen zum Beispiel ist manchmal weniger los als in Neresheim, Dorfmerkingen oder in Ebnat. Da ist es bei einer vermeintlichen Fehlentscheidung schon sehr laut. Der Unterschied ist schon extrem.“ Gelegenheiten, hitzige Szenen nach dem Spiel zu diskutieren, gibt es für den Schiedsrichter in den kleineren Ortschaften durchaus. „Auf dem Land sind die Leute gesprächsbereiter. Man spricht nach der Partie bei einem Bier und einer Wurst über gewisse Situationen oder Entscheidungen.“ Der Schiedsrichter muss nach Abpfiff nichts befürchten. „Es wird einem anschließend nichts übel genommen. Während des Spiels kochen Emotionen hoch – und das ist auch gut so. Man gibt sich danach die Hand und gut ist.“ So stellt der Unparteiische eindeutig klar: „Generell muss niemand im Ostalbkreis Angst haben, dass irgendetwas passiert.“ 

Andreas Winter trifft durch seine Tätigkeit als Schiedsrichter nicht nur viele Menschen, sondern sieht durch den wöchentlichen Ortswechsel auch die vielfältige Landschaft der heimischen Gegend. „Es wird einem so viel geboten: Flüsse, hügelige Landschaften und Wälder – ich mag gerne das Weitläufige. Es gibt ganz nette Ortschaften wie Mögglingen, aber auch schöne Städtchen wie Heubach.“ Der reisende Schiedsrichter hat aber auch ganz persönliche Lieblingsorte auf der Alb. „Unglaublich schön ist der Kocher-Ursprung“, schwärmt Winter. Im geschützten Naturdenkmal und Ursprung des „Schwarzen Kochers“, nah bei Unterkochen, leben zahlreich geschützte Pflanzen und Tierarten. „Außerdem empfehle ich noch den Märchenwald in Gschwend. Dort kann man wunderbar mit der Familie spazieren und die Kinder können über Stock und Stein klettern. Einfach toll.“ Neben den Natur-Highlights der Region, hat der Unparteiische und Vater von drei Buben noch Tipps zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen: „Das Explorhino-Museum in Aalen kann man für Familien nur empfehlen. Aber auch das Limes-Museum oder die Limes-Thermen zum Entspannen.“ Wer - wie der Schiedsrichter - gerne schwimmen geht, muss darauf nicht verzichten. „Das Hallenbad in Aalen oder das Wellenbad in Ellwangen sind absolut super.“

Bemerkenswert sind für den Unparteiischen die Temperatur-Unterschiede und die verschiedenen meteorologischen Gegebenheiten auf kürzester Distanz. Winter wohnte viele Jahre in Himmlingen, seine Schwester im sieben Kilometer entfernten Ebnat. „Im Winter habe ich sie oft angerufen und gefragt, ob bei ihr Schnee liegt, weil bei uns noch alles grün war“, erzählt Winter und „dann sind wir eigentlich dann immer zum Schlittenfahren nach Ebnat gefahren. Da war dann schon einiges los.“ Dass der Schnee in der Härtsfelder Gegend länger liegt, ist demnach nicht nur dem Schiedsrichter bekannt. Grundsätzlich weiß der ehemalige Ellwanger aber, dass man „in manchen Regionen schon eine lange Unterhose braucht.“ Über seinen jetzigen Heimatort Abtsgmünd kann Winter nur schwärmen: „Die Lein fließt direkt durch und auch hier ist es sehr weitläufig. Es ist eine eher kleine Gemeinde, aber ich bin ein Dorfkind. Ich mag es, wenn ich morgens zum Bäcker gehe und Leute treffe, die man kennt oder mit denen man sich unterhalten kann.“ 

Trotz aller Unterschiede stellt Winter – ganz unparteiisch – eine Gemeinsamkeit über die Mentalität der Ostalb-Bewohner fest: „Hier ist es total herzlich.“ Gegen dieses Schiedsrichterurteil dürfte es wohl keine Widersprüche geben.  

Es wird einem so viel geboten.“

Andreas Winter, Schiedsrichter

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