Einigkeit in Sachen Fortsetzung

Wofür sich die „Grüne Jugend“ und die „Jusos“ beim Thema Neun-Euro-Ticket einsetzen.

Aalen. Das 9-Euro-Ticket ist ein Publikumsliebling: 98 Prozent der Bürgerinnen und Bürger kennen es. Der Stadtverband der Grünen und die „Grüne Jugend“ melden sich dazu zu Wort: „Rund 70 Prozent der Menschen wollen, dass es weiter geht. Es reduziert Autoverkehr und Staus“ und erlaube einkommensarmen Familien eine Reise.

„Wir haben auf unserem Infostand von den Passanten viel Zustimmung für die Fortführung des 9-Euro-Tickets erhalten. Ein preiswertes und einfaches Ticket senkt die Hemmschwelle zur Nutzung des ÖPNVs – die Meisten würden auch einen etwas höheren Preis dafür bezahlen“, so die Grünen des Stadtverbands Aalen.

Sie haben für die Initiative „9-Euro-Ticket weiterfahren“ auf dem Bahnhofsvorplatz in Aalen Unterschriften gesammelt. „Viele abenteuerliche Berichte der Fahrgäste über Zugausfälle und überfüllte Züge zeigen aber auch, dass massiv in den Ausbau von Bus und Bahn sowie in mehr Personal zu guten Arbeitsbedingungen investiert werden muss.“

Bündnis 90/Die Grünen schlagen ein 29-Euro-Regionalticket und ein 49-Euro-Bundesticket vor. Tabea Kreuziger von der „Grünen Jugend“ ergänzt, dass es landesweit in Baden-Württemberg ab März 2023 ein 365-Euro-Jugendticket geben wird.

Auch die „Jusos Ostalb“ fordern eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets. Insbesondere im Kontext der stark gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten stoße es auf Unverständnis, dass „diese einfache Maßnahme zur finanziellen Entlastung aller Bürger von der Bundesregierung aufgegeben wird“. In den vergangenen Monaten hätten unzählige Menschen von dem vergünstigten Ticket profitiert, die sonst keinen Zugang zum Nahverkehr hätten. So sei eine große soziale Ungerechtigkeit vorübergehend abgeschwächt worden, was die Jusos positiv sehen. Dies sei auch an den Nutzungszahlen des ÖPNV und an verringerten Staus in Städten zu erkennen.

Zudem sei das Ticket momentan eines der wenigen wirksamen Mittel zur Bekämpfung der Inflation. In einer Verlängerung des Spartickets sehen die Jusos die Chance, den Verkehr langfristig von der Straße auf die Schiene zu verlagern. „Wenn das Angebot langfristig verlängert würde, könnten es etwa Familien zuverlässig in ihre Mobilitätsplanung einbeziehen“, so die Kreisvorsitzende Laura Weber. Ein Wandel vom Individual- hin zu öffentlichem Verkehr sei längst überfällig. Spanien finanziere den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr mithilfe einer Übergewinnsteuer.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Kommentare