Einwohnerzahl im Ostalbkreis entwickelt sich unter dem Landesschnitt

+
Menschen sind in der Aalener Innenstadt unterwegs. Symbolbild: Oliver Giers
  • schließen

Wie der Ostalbkreis mit seiner Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg im Vergleich abschneidet.

Um gut 15 Prozent ist die Einwohnerzahl im Ostalbkreis seit 1973 gewachsen. Das vermeldet das Statistische Landesamt. Im Landesvergleich reicht es für den Ostalbkreis allerdings gerade mal auf Rang 32 von 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg. Der Landesschnitt für das gesamte Bundesland liegt bei +22 Prozent. 

Am 1. Januar 1973 trat das Kreisreformgesetz in Baden-Württemberg in Kraft, wodurch die bisherigen 72 Stadt- und Landkreise auf 44 reduziert wurden. Von diesen "neuen" Kreisen wies seither der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit einem Plus von 51 Prozent das stärkste Bevölkerungswachstum auf, so das Statistische Landesamt. Nur geringfügig schwächer entwickelte sich der Landkreis Heilbronn in den vergangenen 50 Jahren (+50 Prozent). Dagegen ist die Einwohnerzahl in den Stadtkreisen Mannheim deutlich und in Stuttgart leicht zurückgegangen.

In den einzelnen Dekaden verlief die regionale Entwicklung aber sehr unterschiedlich, schreibt das Statistische Landesamt weiter. In den 1970er-Jahren bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts waren nicht mehr die Städte – wie es noch bis Ende der 1950er-Jahre der Fall war –, sondern das Umland bevorzugtes Ziel der Zuziehenden. Die Stadtkreise Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe verloren deshalb in den Jahren 1973 bis 2000 Einwohner, während die 22 Kreise mit den höchsten Einwohnerzuwächsen allesamt Landkreise waren, mit Heilbronn und dem Breisgau-Hochschwarzwald an der Spitze.

Nach der Jahrtausendwende zeichnete sich aber eine Änderung des regionalen Wanderungsgeschehens ab, das nun von einem "Trend in die Stadt" geprägt war: Mit Ausnahme von Mannheim und Baden-Baden erzielten die Stadtkreise bis zum Jahr 2017 überdurchschnittliche Bevölkerungszuwächse; Spitzenreiter waren Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg im Breisgau. Dagegen verloren vor allem ländlich geprägte Kreise Einwohner.

In den letzten Jahren ist aber dieser seit der Jahrtausendwende zu beobachtende »Trend in die Stadt« praktisch zum Stillstand gekommen: Der Bevölkerungszuwachs war in den meisten Stadtkreisen bzw. Großstädten seit Ende des Jahres 2017 wieder etwas schwächer als in den Landkreisen. Ursächlich hierfür war vor allem, dass die Wohnungsknappheit zu einem verstärkten Wegzug von Familien geführt hat. Die Stadtkreise Stuttgart, Heidelberg und Karlsruhe haben sogar per Saldo Einwohner verloren.

Im direkten Nachbarkreisvergleich steht der Ostalbkreis mittelgut da. Um mehr als 31 Prozent ist die Bevölkerung im Landkreis Schwäbisch Hall gewachsen, im Kreis Heidenheim dagegen nur um rund 5 Prozent. Göppingen hat sich mit gut 12 Prozent ähnlich wie der Ostalbkreis entwickelt, der Rems-Murr-Kreis mit gut 23 Prozent etwas besser. 

Die folgende Karte bietet einen geografischen Überblick, wie sich Baden-Württemberg entwickelt hat. Je dunkler die Farbe eines Land- oder Stadtkreises, umso stärker fiel das Bevölkerungswachstum aus. Fahren Sie mit der Maus oder tippen Sie mit dem Finger auf eine Fläche, erhalten Sie mehr Informationen. In der Tabelle darunter erhalten Sie eine sortierte Liste. 

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Kommentare