Erinnern an Münz und Schuster

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Andrea Hatam und Joachim Wagenblast im Museum Wasseralfingen: links ein Schuster, rechts ein Münz. Farbigkeit zeichnet beide Werke aus.
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Warum die Museumsgalerie Wasseralfingen in den kommenden Monaten mit "Zwei Maler von uns" eine große Werkschau der Künstler zeigt.

Es soll eine Ausstellung werden, die gegen das Vergessen angeht. Joachim Wagenblast nennt es das "zweite Vergessen". Und meint damit die Unsichtbarwerdung von Künstlern, die einst in der Region und darüber hinaus Rang und Namen hatten: "Zwei Maler von uns", Helmut Schuster und Hannes Münz, so der Titel der Werkschau, die an diesem Donnerstagabend in der Museumsgalerie Wasseralfingen im Bürgerhaus eröffnet wird. Die Vernissage ist bereits voll, doch die Ausstellung ist bis zum 10. Januar zu sehen. Genug Zeit also, für Kunstfreunde, Joachim Wagenblast in seinem Ansinnen zu unterstützen.

"Die Künstler erleben das zwar nicht mehr", sagt er, "aber ein zweites Vergessen droht". Er habe bei Besuchen die Erfahrung gemacht, dass zwar Werke von Schuster und Münz in den Wohnzimmern von Familien der Region hängen, aber der Nachwuchs meist schon nichts mehr mit den beiden "bodenständigen schwäbischen Künstlerpersönlichkeiten" anfangen könne, so Wagenblast. "Wir sind verpflichtet, an sie zu erinnern."

Hinzu kommt: Beide Künstler sind fast gleich alt gewesen. Schuster wurde 1939 in Wasseralfingen, Münz 1940 in Aalen geboren. Beide eint zudem, dass sie bei Sieger Köder im Schubart-Gymnasium Kunstunterricht hatten, wie Wagenblast weiß. Und das Vermächtnis des Malerpfarrers pflege man im Museum ohnehin. "Deswegen sagen wir, es ist gut, diese Ausstellung zu machen."

Auf die offenbar gewartet wurde. Für die Vernissage habe man bereits eine Warteliste, berichtet Ortsvorsteherin Andrea Hatam. "Wir sind froh, dass es wieder losgeht", freut sie sich über die erste Ausstellungseröffnung nach dem Lockdown. "Kultur muss bei den Menschen sein, niederschwellig, damit sie jeder erleben kann", fährt sie fort, warum ihr das wichtig ist.

Weit über 70 Exponate von Münz und Schuster werden in der Ausstellung zu sehen sein. Rund 50 Prozent davon sind Leihgaben aus dem schon genannten Privatbesitz, andere stammen aus dem Besitz der öffentlichen Hand, weitere sind Leihgaben der Südwestgalerie in Niederalfingen, wie Wagenblast erklärt. "Sie sehen in der Ausstellung wunderbar, die beiden eint die Liebe zur Farbe", so Wagenblast. "Sie waren im besten Sinne Maler, die Farbe musste spritzen." Er sei mit beiden Künstlern bekannt gewesen, habe bereis Ausstellungen konzipiert. "An jedem Bild hängen auch Erinnerungen", fährt der Kunstexperte fort.

Wir sind verpflichtet, an sie zu erinnern.

Joachim Wagenblast Museumsgalerie Wasseralfingen

Münz' Landschaften, das Härtsfeld und die Bretagne, die Elemente, großformatiges aber auch Schusters Arbeiten für den öffentlichen Raum thematisiert die Ausstellung. Kunstwerke, die man nicht vergessen sollte.

Die Vernissage ist voll. Geöffnet: Samstag und Sonntag, 14 – 18 Uhr.

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