Erste Einblicke in das neue Kreisimpfzentrum

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Die Ulrich-Pfeifle-Halle in Aalen ist fast bereit für die zukünftigen Corona-Impfstoffe. Dahinter steckt ein ausgeklügeltes Konzept.

Aalen

Acht Impfstraßen, keine Kreuzungsbereiche, 800 Impfungen am Tag – so soll das künftige Kreisimpfzentrum in der Aalener Ulrich-Pfeifle-Halle idealerweise spätestens ab 15. Januar funktionieren. Sofern es zum Start genügend Impfstoff gibt. Der Landkreis hat seine Hausaufgaben gemacht, um dafür bereit zu sein. Davon ist Landrat Dr. Joachim Bläse überzeugt, der zusammen mit Aalens Oberbürgermeister und Hausherr Thilo Rentschler, Vertretern von Polizei, Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und Malteser Hilfsdienst, die Abläufe und Ausstattung vor Ort vorstellte.

Ordnungsdezernent Thomas Wagenblast sprach von einer "komplexen Aufgabe" und betonte, wie auch Landrat Bläse, die Bedeutung der Hilfsorganisationen, die mit vielen Helfern in die Abläufe eingebunden sind. Der Aufwand in Zahlen: 180 Tage soll das Impfzentrum in Betrieb sein, sieben Tage die Woche, 7 bis 21 Uhr. Später sollen dann die Hausarztpraxen die Impfungen weiterführen.

Das sind die fünf Stationen in der richtigen Reihenfolge

In der Halle werden acht Impfstraßen zur Verfügung stehen. Damit können Patienten parallel geimpft werden, ohne dass es zu Kreuzungsverkehren kommt. Erste Station ist die Registrierung. Diese soll nach den Vorstellungen des Landkreises durch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr erfolgen. Es folgt ein Wartebereich mit Monitoren, auf dem ein mehrminütiges Informationsvideo, abläuft. Nach dem Impfaufklärungsgespräch mit einem Arzt erfolgt die Impfung, der sich eine Ruhezeit in einem Wartebereich anschließt, da wie nach allen Impfungen noch eine kurze Beobachtung der Patienten erforderlich ist. Etwa eine Stunde dauert ein Besuch, der nach etwa drei Wochen wiederholt werden muss. Grundsätzlich ist ein Besuch nur entsprechend den Impfkriterien nach vorheriger Anmeldung unter der 116 117 möglich, betont Bläse.

Einer der Impfstoffe muss bei minus 70 Grad gekühlt werden. "Das ist bei einem Produkt für die breite Masse auch für uns völlig neu" sagt Peter Schmidt, leitender Arzt im Ostalb-Klinikverbund. Wo der Stoff genau gelagert werde, sei noch nicht klar. Das Impfzentrum sei jedenfalls darauf vorbereitet.

Auch drei mobile Impfteams sind unter der Führung der DRK Kreisverbände Aalen und Gmünd und des Malteser Hilfsdienstes organisiert und stehen bereit, sollten Impfungen in den Pflegeheimen noch vor dem Jahreswechsel möglich werden.

Auch ein wichtiger Punkt in der Planung: das Kreisimpfzentrum gegen Übergriffe und Einbrüche zu sichern. Die Erfahrungen mit den Abstrichstraßen, die im Frühjahr auf dem Greutplatz eingerichtet waren, hätten gezeigt, dass die Liegenschaft während des Betriebs aber auch nachts entsprechend abgesichert sein müsse, so der Landrat. Die Kreisverwaltung stehe in engem Austausch mit der Polizei, der Stadt Aalen und einem Sicherheitsdienst.

Wer zuerst geimpft wir

Laut Corona-Impfverordnung gehören zur ersten Gruppe mit "höchster Priorität": Personen über 80 Jahren, Bewohner und Personal von Pflegeheimen, Mitarbeitende von ambulanten Pflegediensten, Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst.

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