Es wird eng auf der Intensivstation

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Es wird eng auf der Intensivstation.
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Wie ist die Lage auf der Intensivstation im Ostalb Klinikum? Chefarzt Prof. Dr. Markus Kredel gibt Antwort. Wie viele Medikamente ein Patient dort pro Tag braucht.

Aalen. Die Neuinfektionen steigen immer weiter an und die Inzidenz erklimmt einen Negativrekord nach dem anderen. Auch die Intensivbetten in den Ostalb Kliniken füllen sich wieder. Derzeit werden in den drei Standorten im Landkreis laut DIVI-Intensivregister acht Patienten behandelt, drei davon beatmet.

Im Ostalb Klinikum in Aalen sind von den 14 Betten derzeit drei mit Corona-Patienten belegt, die auf der Intensivstation liegen, wie Chefarzt Prof. Dr. Markus Kredel berichtet. Immer noch mache ein Großteil der Covid-Patienten auf Intensivstationen ungeimpfte Menschen aus. „Natürlich ist es wichtig, dass Menschen sich weiter impfen lassen. Und auch die Impfauffrischung bekommen“, sagt der Mediziner. Das Impfen reduziere erheblich das Risiko einer schweren Erkrankung und Ansteckung. Ärzte und Pfleger arbeiten laut Kredel am Anschlag. Umso mehr Corona-Patienten es seien, umso enger werde es auf der Station – und der Behandlungsaufwand enorm. „Durch mehr Impfungen vermeiden wir, dass die Situation schlimmer wird“, sagt er.

Corona: eine Menge Medikamente pro Tag

Erst kürzlich hat Dr. David Windsor, Arzt aus dem britischen Glou­cestershire Royal Hospital, ein Bild in den sozialen Medien geteilt, das für Aufmerksamkeit sorgte. Auf dem Bild sind Unmengen verschiedener Medikamente zu sehen. Medikamente, die laut dem britischen Mediziner eine Tagesration an dem sind, was ein ungeimpfter Covid-Patient auf der Intensivstation erhält.

Ein Bild, das auch der Chefarzt der Aalener Intensivstation so bestätigen kann. „Die Medikamente bei uns haben zum Teil zwar andere Namen, aber von der Masse kommt es hin“, sagt Dr. Kredel. Eine lange Liste komme dabei zusammen. Ein Patient brauche neben Sauerstoff meist auch ein entzündungshemmendes Medikament wie Cortison oder in einigen Fällen ein virushemmendes Medikament. Zudem erhalten Ungeimpfte laut Kredel eine neue Antikörpertherapie, die speziell für das Corona-Virus entwickelt wurde. „Die Antikörper sollen dabei die Funktion der Impfung imitieren.“

Gehe es einem Patienten schlechter, könnten dann noch Atemmaske, Narkosemedikamente, Schmerzmittel, Schlafmittel, muskelerschlaffende Medikamente, Antibiotika und gerinnungshemmende Medikamente, um Embolien und Thrombosen zu verhindern, zum Einsatz kommen.

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