Eva Gentners Bezüge zu Knödler

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Die Künstlerin Eva Gentner stöbert in Karl-Heinz Knödlers künstlerischem Vermächtnis in dessen Atelier auf dem Schloss in Ellwangen.

Die aus Ellwangen stammende Künstlerin arbeitet – unterstützt von der Karl-Heinz-Knödler-Stiftung – in dessen Atelier-Räumen im Schloss.

Was tun, wenn eine Pandemie fast das gesamte öffentliche Leben stoppt und keine öffentliche Kunstausstellung möglich ist? Auch wenn sich das mittlerweile ändert, wird die Künstlerin Eva Gentner bei ihrer kommenden zweiten Residenz ab dem 25. Mai im Atelier weitgehend erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeiten. Die 28-jährige gebürtige Ellwangerin lebt in Mannheim und stellte unter anderem in Baden-Baden, Karlsruhe, Frankfurt und Berlin aus. Nun führt sie die Karl-Heinz-Knödler-Stiftung zurück in ihre Geburtsstadt.

"Annette Zeller und Kathrin Heinritz vom Stiftungskuratorium hatten angefragt, ob ich in den Atelier-Räumen im Schloss ausstellen würde. Auch, um auf seine Arbeit wieder aufmerksam zu machen", erzählt die Künstlerin. Und nachdem eine Ausstellung vor fünf Wochen nicht möglich war, wurden ihr die bereits zugesagten Material- und Reisekosten in ein Honorar umgewandelt. Das ermöglicht ihr, zwei mal zwei Wochen im Ellwanger Atelier Knödler zu arbeiten. Ein neuer kreativer Ansatz, geboren aus der Not.

Die bildende Künstlerin, deren Rauminstallationen oft nur die Dauer der jeweiligen Ausstellung oder einer Performance überleben, versucht, über digitale Kanäle ihr Schaffen in Bezug zu Knödlers Werk zu setzen. Weit mehr als tausend seiner Bilder hat die Stiftung im Schloss archiviert. In den Regalen finden sich alte Werkzeuge und Arbeitsmaterialien des vor 20 Jahren verstorbenen Künstlers.

Die Ausstellung finalisieren

"Ich lasse mich beim Stöbern durch sein Atelier und seine vielen Bilder inspirieren. Ich drehe zudem eine Dokumentation über meine Arbeit hier, in der auch der Künstler vorgestellt wird. Schließlich finden sich seine Arbeiten überall in Ellwangen", schildert die 28-Jährige. Bei ihrem zweiten Aufenthalt vom 28. Mai bis zum 5. Juni will sie die Ausstellung finalisieren, weiter Videos zu drehen, weiter arbeiten. Fest steht mittlerweile, dass es eine analoge Ausstellung im Sommer geben wird.

"Auf diese Weise können wir Frau Gentner in dieser schwierigen Zeit unterstützen", sagt Annette Zeller, Vorsitzende des Kuratoriums. "Es war auch Heinz Knödler immer ein Anliegen, junge Künstler zu fördern." Was dieser jüngeren Generation – Eva Gentner war acht, als Knödler starb – mit ihrem "eigenen Blickwinkel" auf Knödlers Schaffen einfällt, wecke Neugier. "Wir lassen es auf uns zukommen. Diese Freiheit soll sie haben."

Die Räume meiner Kindheit sind Knödler-Räume.

Eva Genter Künstlerin

Für die junge Künstlerin ist die Beschäftigung mit Knödler auch eine Reise in ihre Kindheit: Ihre Mutter hat zur Geburt ihrer Tochter einen gerahmten Linoldruck von Knödler geschenkt bekommen. Der hing im Kinderzimmer. Auch im elterlichen Wohnzimmer haben sie seine Bilder immer begleitet. "Die Räume meiner Kindheit sind Knödler-Räume. Ob in Gasthäusern, im Wellenbad oder den Brunnen im öffentlichen Raum: Er ist überall präsent, jeder kennt seine Werke", sagt sie über den Künstler, der in der Region sesshaft war und vom Schloss aus durch sein Schaffen Bezüge in die ganze Stadt gehabt habe. "Meine Arbeit ist das totale Gegenteil", vergleicht die 28-Jährige, die oft in "Residences", also durch Stipendien finanzierten Arbeitsaufenthalten wochen- oder monateweise projektbezogen fast nomadisch in Deutschland umherzieht.

Vermächtnis bewahren

"Ich will etwas aussagen über künstlerisches Arbeiten, über Freiheit", beschreibt sie ihr Credo. Freiheit, die sie in Knödlers Faible für Vögel wieder entdeckt habe. Eulen, Tauben und eine zahme Dohle habe Knödler sich im Turm gehalten, erstaunlich oft habe sie Vogel-Motive in seinen Bildern gefunden. Damit, beispielsweise mit digitalisierten Dia-Aufnahmen zweier Eulen, will Gentner spielen, um ihre eigene Referenz zu finden.

"Auch wenn man sich das heute fast nicht mehr vorstellen kann, als Künstler an einem Ort zu bleiben und von Kunst am Bau und Verkäufen zu leben, so sehe ich bei dieser Arbeit – in so einem Erbe zu stehen – wie wichtig es ist, dieses Vermächtnis aufzubewahren." Eva Gentner will zeigen, wie das Neubeschäftigen der "Jungen" mit dem Werk der "Alten" diesen in digitalen Welten neue Verbreitung bieten könnte.

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