Fachtagung Rind des Ostalbkreises

+
Bei der Fachtagung Rind in Oberalfingen gab es eine Menge Expertenwissen rund um Rinderhaltung und die Kälberaufzucht.

Was entscheidend für eine gute Silage und bei der Aufzucht von Kälbern ist, erklären Experten.

Aalen-Oberalfingen. Zur 25. zentralen Fachtagung für Rinderhalter hatten der Geschäftsbereich Landwirtschaft des Landratsamts und der Verein Landwirtschaftlicher Fachbildung ins Kellerhaus nach Aalen-Oberalfingen eingeladen. Rund 65 Teilnehmer waren gekommen. Geschäftsbereichsleiter Tiemo Hofmann ging auf aktuelle Herausforderungen der Landwirtschaft ein.

Dr. Martina Bühlmeyer vom Veterinäramt des Ostalbkreises informierte über „Neues zu Tierschutz und Tiergesundheit Rind“. Neben aktuellen Gesetzesänderungen ging sie auf die neue 28-Tage-Regelung für Kälbertransporte seit dem 1. Januar ein.

Wie gute Silage gelingt

Dr. Wolfram Richardt vom Landesverband Sachsen für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht (LKV) referierte zum Thema „Grobfutterqualitäten-Einsatz von Körnerleguminosen in der Rinderfütterung“. Er zeigte auf, was für eine gute Silage wichtig ist. Neben der richtigen Häcksellänge nannte er unter anderem das richtige Festfahren, wobei es sehr wichtig sei, das Silo nicht zu überfüllen. Sei das Silo zu voll, können die Ränder nicht richtig festgefahren werden. Dies sei jedoch unabdingbar, um eine gute Futterqualität zu erhalten. „Ein sehr wichtiger Kontrollpunkt ist hier die Milchsäure. Diese sollte bei der Grassilage unbedingt im Blick gehalten werden“, erklärte Richardt.

Vorsicht bei Buttersäure

Der Fachmann machte deutlich, dass zu viel Buttersäure sich negativ auf die Klauen- und Eutergesundheit sowie das Allgemeinbefinden der Tiere auswirke. Falls es doch zu einer Fehlgärung bei der Silage komme, müsse diese unbedingt entsorgt werden. Um dies zu vermeiden, sei es unabdingbar, auf die Hygiene des Silierguts zu achten.

Bei einem Rohproteinverlust von zehn Gramm mache dies schon 40 Cent pro Kuh und Tag aus. „Dann wird Milchmachen teuer“, so Richardt. Für ihn ist klar, dass schlechte Silage kein Schicksal sei, sondern technisches und menschliches Versagen. Im zweiten Teil seines Vortrages ging es um den Einsatz von Körnerleguminosen in der Rinderfütterung. Hier wurden Potentiale aufgezeigt, die mit Erbsen und Ackerbohnen in der Fütterung erzielt werden können.

Kolostrum: Die Menge macht's

Clemens Mauch von Bischoff und Hager in Freiburg berichtete über die Erfahrungen zur ausgelagerten Jungviehaufzucht. Für ihn ist klar, dass „eine gute Jungviehaufzucht einen schlechten Kälberstall nicht korrigieren kann“. Die ersten Monate seien für Kälber entscheidend.

Deshalb sei es nicht nur wichtig, dass das Kalb Kolostrum erhalte, sondern auch wie viel es erhält. Denn mit der Höhe der Kolostrumgabe sinke die Erkrankungsgefahr bei den Kälbern. Die ersten acht Wochen seien maßgeblich für die Entwicklung des Kalbes. „Defizite können nie mehr aufgeholt werden und zeigen sich später in einer geringeren Milchleistung und einer schlechteren Lebensleistung.“

Clemens Mauchs Bruder Lukas ist Jungviehaufzüchter und berichtete über seine Erfahrungen aus der Praxis. Im Anschluss wurde angeregt diskutiert.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Kommentare