Flutkatastrophe: Hilfe kommt auch aus dem Ostalbkreis

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Auf Anforderung der Landes Baden-Württemberg werden 100 Krankentransportwagen (KTW-B) des Bevölkerungsschutzes für die Versorgung der betroffenen Gebiete zur Verfügung gestellt.
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Am Donnerstag machten sich auch Helfer von DRK, Maltesern und THW auf den Weg in das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz.

Aalen. Nach dem verheerenden Unwetter in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen löste die Rettungsleitstelle in Aalen am Donnerstag im Auftrag des baden-württembergischen Innenministeriums den Alarm für die Rettungsorganisationen in der Region aus. Aus Aalen startete jeweils ein Krankentransportwagen samt Besatzung des Deutschen Roten Kreuzes und der Malteser. Auch das Aalener Technische Hilfswerk machte sich mit neun Helfern, einem Mannschaftstransportwagen, einem Kipper mit Tieflader und dem Radlader von ihrer Fachgruppe Räumen auf den Weg in das Hochwassergebiet.

„Sofort war klar: Es ist eilig und es geht noch am gleichen Tag los“, beschreibt Bernd Schiele, der Stadtbeauftragte der Aalener Malteser, die Art der Alarmierung. Gesucht wurden Helfer, die sofort bereit waren, 24 Stunden oder noch länger in den Einsatz zu gehen. „Innerhalb von drei Minuten waren Andreas und Pascal gefunden“, beschreibt Schiele.

Auch die DRK Bereitschaft Aalen schickte zwei Helfer, ebenso das DRK in Heidenheim. Unterwegs waren sie mit jeweils einem Krankentransportwagen des Typ B, der überwiegend im Katastrophenschutz eingesetzt wird. Im Vergleich zu einem normalen KTW aus dem Rettungsdienst, kann man mit diesem Fahrzeug auch zwei leichtverletzte Personen gleichzeitig transportieren.

Zusammen ging es dann am Donnerstagabend zur Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg nach Bruchsal.Dort erhielten dann die Helfer den Marschbefehl in den Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Es war der erste Einsatz für die Helfer im Rahmen der 2007 vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelten Konzept der „Medical Task Force“, das seitdem flächendeckend in Deutschland eingeführt wird. Die MTFs sind für den überörtlichen Einsatz bei Katastrophenfällen konzipiert, die nach dem Ersteinsatz regulärer Einsatzkräfte die Lage stabilisieren. Sie sollen nach 90 Minuten einsatzbereit sein.

Aufgabe: Evakuieren und Menschen retten

Die DRK-Helfer und Malteser waren vor Ort mit Evakuierungsmaßnahmen und Menschenhilfe betraut, sagt Bernd Schiele. Sie brachten Patienten von Krankenhäusern sowie die Bewohner von Pflege- und Seniorenheimen in Sicherheit und verlegten sie mit den Krankentransportfahrzeugen an sichere Orte.

„Unsere Aufgabe war es, Menschen in Rollstühlen, die in einer Turnhalle als Zwischenstation untergebracht waren, in eine Klinik zu bringen. Die Fahrt durch das Schadensgebiet war gespenstisch. Ein komplettes Wohngebiet, durch das wir kamen, war praktisch unbewohnbar. Wir mussten zweimal umkehren, weil Trümmer oder umgestürzte Autos die Straße blockierten“, berichtet ein Helfer der Malteser in einer Pressemitteilung über seinen nächtlichen Einsatz.

Sorge über immer mehr heftige Unwetter

An einen Einsatz dieser Größenordnung kann sich Bernd Schiele nicht erinnern. „Am ehesten ist es mit dem Elbehochwasser im Sommer 2002 vergleichbar“, sagt er. Diese Katastrophe ging als Jahrhunderthochwasser in die Geschichte ein. „Als Hilfsorganisation sind wir besorgt über die Zunahme der Unwetter“, sagt Schiele. Er prognostiziert, dass solche Einsätze in Zukunft häufiger werden.

„Wir bleiben weiter in Alarmbereitschaft“, sagt Klaus-Dieter Sterzik, Leiter der DRK Bereitschaft, am Freitagnachmittag. Auch beim DRK führt man Listen mit freiwilligen Helfern, die grundsätzlich bereit sind, in den kommenden Tagen im Katastrophengebiet zu helfen.

Reiner Mangold, Zugführer THW Ellwangen, erklärt dazu: „Wir werden im Ernstfall in der Region über unseren digitalen Meldeempfänger durch die Rettungsleitstelle Ostalb informiert. Aktuell ist die Lage bei uns in der Region beherrschbar. Wir sind aber Tag und Nacht Gewehr bei Fuß, wenn wir benötigt werden.“

Konkret stehen aufgrund der Ereignisse zwei Einsatzgruppen des Ellwanger THW derzeit in erhöhter Alarmbereitschaft, falls die betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hierfür weitere Überlandhilfen anfordern. Dies sind die Fachgruppe „Wasserschaden/ Pumpen“ sowie die Fachgruppe „Baufachberater“.

Helfer kehren am Freitag vom Rettungseinsatz zurück

Am Freitag war der erste Einsatz beendet. Wie auch das DRK und THW, halten sich auch die Malteser für weitere Überlandhilfen bereit. Dazu zählen Kräfte im Bereich Sanität, Betreuung, Höhenrettung, amphibische Geländerettung der Malteser in Aalen und der befreundeten Gliederungen im Ostalbkreis.

Wir bleiben weiter in Alarmbereitschaft.“

Klaus-Dieter Sterzik, Leiter DRK Bereitschaft

Spendenkonten

Die Malteser in Baden-Württemberg rufen dringend zu Spenden für die betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten auf:
Malteser Hilfsdienst e.V.
IBAN: DE27 6009 0100 0011 5000 18
BIC: VOBADESS

Volksbank Stuttgart
Stichwort: „Hilfe bei Notfällen und Katastrophen“

Zahlreiche weitere Spendenkonten wurden außerdem eingerichtet. Ausführliche Informationen und eine Übersicht gibt es auf der Webseite des Bündnisses deutscher Hilfsorganisationen unter:
www.aktion-deutschland-hilft.de

Im Konvoi ging es in das Katastrophengebiet.
Ein Krankentransportwagen Typ B, der auch zwei Leichtverletzte aufnehmen kann und im Katastrophenschutz eingesetzt wird.

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