Forschung: Corona-Ausbrüche künftig vorhersagen

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Die Chefärztin der Zentralen Notaufnahme (ZNA) am Ostalbklinikum, Dr. Caroline Grupp, untersucht einen Patienten.

Seit fünf Jahren am Projekt AKTIN-Notaufnahmeregister beteiligt – um was es dabei geht.

Aalen. Die zentrale Notaufnahme des Ostalb-Klinikums Aalen beteiligt sich bereits seit fünf Jahren am AKTIN-Notaufnahmeregister. Das Projekt hat durch Corona an Bedeutung gewonnen. Worum geht es dabei?

Aktuell sind deutschlandweit 17 Notaufnahmen von sowohl universitären als auch Kreiskrankenhäusern eingebunden, die täglich Prozessdaten von etwa 1000 Patienten anonym und dezentral erfassen. Ziel des Projektes ist eine quasi Echtzeit-Versorgungsforschung der Notaufnahmen. In enger Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI) soll es zukünftig besser möglich sein, Patientenströme zu steuern beziehungsweise schneller auf Kapazitätsengpässe zu reagieren. Des Weiteren beinhaltet die Zusammenarbeit mit dem RKI auch das Gebiet der Überwachung von Infektionskrankheiten wie Corona. Dadurch kann auf Ausbrüche besser und schneller reagiert werden und es sollen in Zukunft auch Krankheitsausbrüche vorgesagt werden können, um dadurch eine noch bessere Vorbereitung zu gewährleisten.

Das Notaufnahmeregister dient auch ähnlichen Zwecken wie das Register der Intensivbetten, das zu Beginn der Coronakrise erstellt wurde, und aus dem tagesaktuell ablesbar war und ist, in welchen Krankenhäusern welche Kapazitäten an Intensivbetten und Beatmungsplätzen vorhanden sind. In wöchentlich erscheinenden Lageberichten wird die aktuelle Situation in den beteiligten Notaufnahmen abgebildet, zum Beispiel die Anzahl der Patienten pro Tag, deren Behandlungsdringlichkeit und die Gründe für das Aufsuchen der Notaufnahme. Die Daten aus der Patientenversorgung sind standardisiert und klinikübergreifend verfügbar. Erfasst werden die Prozesse, wenn ein Patient in die Notaufnahme kommt – von der Uhrzeit und Art des Eintreffens über aufgeführte Beschwerden und Symptome bis hin zu Details der Entlassung aus der Notaufnahme. Das Notaufnahmeregister liefert Forschungsdaten für die Notfallmedizin, die Gesundheitsüberwachung und das Qualitätsmanagement in den Notaufnahmen regional und deutschlandweit.

Die verantwortliche Chefärztin Dr. Caroline Grupp betont: "Wir nutzen die kontinuerliche Auswertung und Überwachung der Daten natürlich auch, um unsere Notfallpatienten noch besser versorgen zu können."

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