Freiwillige Tests für alle Ostalb-Kitas

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Symbolbild: Pixabay

Städte und Gemeinden wollen freiwillige Tests in den Kitas im Ostalbkreis: Noch in dieser Woche startet auf Initiative des Landkreises die flächendeckende Aktion nach Prinzip des Schwäbisch Gmünder Pilotprojekts.

Aalen. Umfangreiche Corona-Test in Kitas: Das soll es jetzt, koordiniert vom Landratsamt, im gesamten Ostalbkreis geben - auf freiwilliger Basis.

Die Pilotprojektphase: In Schwäbisch Gmünd ging vor zweieinhalb Wochen ein Modellprojekt zu Corona-Test an den Start, nach Abstimmung mit den Städten und Gemeinden. Etwa 70 Prozent der rund 2500 Kinder in den 54 Einrichtungen dort werden regelmäßig getestet. "Auf diese Weise konnten bereits in der ersten Woche der Testungen 15 positive Coronafällen bei Kindern verifiziert werden", berichtet das Landratsamt. "Das Gmünder Pilotprojekt war sehr erfolgreich", erklärt Landrat Dr. Joachim Bläse und dankt der Stadt "für den enormen Einsatz und die finanzielle Vorleistung". Bläse: "Durch den Pilotversuch der Stadt Schwäbisch Gmünd konnten wichtige Erkenntnisse, etwa zu Ablauf und Kommunikation bei den Testungen gewonnen werden, die nun im ganzen Kreis hilfreich sind."

Die politische Ebene: Das Land und die Kommunalen Landesverbände haben jetzt auf die stufenweise Einführung einer regelmäßigen Testung der Kita- und Kindertagespflegekinder in Baden-Württemberg geeinigt. Landrat Bläse hat sich dazu am Dienstag mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern des Ostalbkreises abgestimmt. "Es freut mich sehr, dass alle 42 Städten und Gemeinden bei der freiwilligen Testung an Kitas mitmachen", so der Landrat zum Ergebnis der Abstimmungsrunde.

Der Plan und die Beschaffung: Im Laufe dieser Woche sollen die Kitas mit Testungen beginnen, der Ostalbkreis hat für die Kommunen 123 000 Tests beschafft und werde diese an die Kommunen weiterreichen. "Die 123 000 Tests sind für die Testungen der Kinder", heißt es in der Mitteilung des Landrates deutlich. Ziel sei die Durchführung "von ein bis zwei Corona-Schnelltests pro Woche für die betreuten Kinder".

Zuhause oder in der Kita? Das entscheidet der Träger. Vorrangig sollen Kinder zwischen drei und sechs Jahren getestet werden. Die Kindergartenträger könnten aber selbstständig das Angebot auf andere Altersgruppen ausweiten, so das Landratsamt weiter. Die Tests können individuell – in der Einrichtung oder zuhause – durchgeführt werden, dies entscheide "der jeweilige Träger".

Wenn ein Kind positiv ist: Die 42 Städte und Gemeinden haben sich am Dienstag darauf verständigt, dass das Kind nicht in die Einrichtung kommen kann, wenn bei einem positiven Eigentest ein positive Ergebnis herausgekommen ist. Dann müsse das Ergebnis mittels eines PCR-Tests überprüft werden, so das Landratsamt. Für die Erzieherinnen und Erzieher, die sich zwei Mal pro Woche testen, würden die Testkits vom Land bereitgestellt.

Die nächtliche Ausgangssperre und der Appell des Landrats

Bereits am Montag hat der Ostalbkreis bekannt gegeben, dass ab Mittwoch eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr gilt. Landrat Dr. Joachim Bläse appelliert an die Bürgerinnen und Bürger: "Halten Sie sich bitte an die vorgegebenen Maßnahmen und tragen Sie so aktiv zur Pandemiebekämpfung bei."

Die Ausgangssperre sei ein erheblicher Eingriff in die Bewegungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger. Bei der Entscheidungsfindung sei bewusst "nicht nur die Inzidenz in den Blick genommen, sondern die gesamte Pandemie-Lage" im Landkreis: So spürten die Intensivstationen der Kliniken derzeit eine "deutliche Steigerung bei der Zahl der Patienten, die zudem immer jünger werden". Täglich werde das Pandemiegeschehen beobachtet und neu bewertet.

Weitergehende Maßnahmen würden aktuell nicht ergriffen, könnten aber bei einer weiter drastischen Steigerung der Zahlen unumgänglich sein. Bläse: "Es ist eine weitere Kraftanstrengung Aller notwendig, um die Pandemie zu bekämpfen!"

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