Frischluft dank Kunst von Schuster und Münz

  • Weitere
    schließen
+
Die Ausstellung ist zu sehen bis 10. Januar jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr in Wasseralfingen.

Vernissage "Zwei Maler von uns" in der Museumsgalerie Wasseralfingen.

Ein kleiner, bunter Akt von Münz, daneben in eisigen Farben auf großer Leinwand seine "Schneeschmelze". Schusters farbig pulsierendes Picknick, an der Wand schräg gegenüber Entwürfe für Kirchenfenster. "Zwei Maler von uns – Helmut Schuster und Hannes Münz" – so der Titel der Ausstellung, die am Donnerstag in der Museumsgalerie im Bürgerhaus Wasseralfingen eröffnet wurde. Insgesamt rund 70 Exponate der beiden vielseitigsten, renommiertesten, mittlerweile aber leider verstorbenen Künstler der Region sind in der Ausstellung zu sehen. Entsprechend groß war das Interesse an dieser Eröffnung.

Man habe sogar einigen Menschen absagen müssen, die gerne hätten kommen wollen, erklärt Ortsvorsteherin Andrea Hatam in ihrer Begrüßung der Gäste im Bürgersaal. Darunter auch Verwandte und Freunde von Münz und Schuster, die sich auch "unter der Maske" erkennen könne, so Hatam weiter, bevor sie dem Bund für Heimatpflege für die Ausrichtung der Ausstellung dankt. Ebenfalls unter anderem gedankt hatte bereits zuvor Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler all diesen Gästen für ihr Kommen. Dies sei nicht selbstverständlich in diesen Zeiten, so Rentschler.

Dann, nachdem Andreas Brune mit der Querflöte mit einem weiteren Satz aus Carl Philipp Emanuel Bachs Sonate in a-Moll musikalische Lebendigkeit, aber auch Tiefe vermittelt hat, greift Kunstexperte Manfred Saller nach dem Notenpult und platziert ein kleines, holzgerahmtes Werk darauf.

"Eine neue Partitur", so Saller zu dieser "Venezianischen Wand" von Schuster. Doch dann geht er zunächst auf ein Gemälde ein, das die Besucher gleich beim Eintreten empfangen hat. Schusters "Atelier" zeige ebenfalls "herrlich abgestimmte und ineinander übergehende Farbräume", ihm sei es stets um das Atmosphärische gegangen. Darum, sein Empfinden von Farbe auf einer Fläche auszuleben und dabei auch das Räumliche mit einzubeziehen. "Ein Wahrnehmungserlebnis, das man sich nicht entgegen lassen sollte", rät er, als er Schusters "Lichte Landschaften" in den Fokus stellt.

Die Landschaft als Gegenstand spiele auch bei Hannes Münz eine wichtige Rolle, so der Kunstexperte. Die raue Schönheit von Wind und Wetter, gleißendes Licht, über die Fläche hinausweisend, Felsformationen, Salzluft, Gischt, die Landschaft der bretonischen Küste habe er immer wieder in "eine wunderbar gewaltige Szenerie" gesetzt, bei der man frische Luft holen könne. Dann holt er Münz' Cour d'amour hervor, zeigt, wie der Betrachter aus farbigen Flächen "figurale Elemente" entziffern kann. Eine Liegende, ein Fenster, eine weitere Figur, die aus dem Schwarz hervortritt.

Mit dieser Sallerschen Sehschulung ausgerüstet, machen sich die Gäste anschließend in zwei Gruppen nacheinander auf den Weg in die Ausstellung. Holen Atem und tanken Farbe. Wunderbar in diesen Zeiten.

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL