Gegen den Ärztemangel auf der Ostalb

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Wie die Kreispolitiker das Thema ambulante Gesundheitsversorgung angehen.

Aalen. Wie kann man sicherstellen, dass es in Zukunft genügend Haus- und Fachärzte im Ostalbkreis gibt? Wie lockt man junge Mediziner aufs Land? Wie lässt sich die ärztliche Versorgung chronisch Kranker verbessern? Um solche Fragen geht es in der Zukunftswerkstatt „Ambulante ärztliche Versorgung“ im Ostalbkreis. Seit 2018 arbeitet sie, bestehend aus Vertretern der Kreisärzteschaften Aalen und Gmünd, der niedergelassenen Ärzte, der Kommunen, des Landratsamtes und der Kassenärztlichen Vereinigung. Ein Fachbüro hat die Gesundheitsversorgung im Ostalbkreis unter die Lupe genommen. Inzwischen gibt es einen Steuerungskreis, und vier Arbeitsgruppen widmen sich der Nachwuchsgewinnung, der ambulanten hausärztlichen und Facharztversorgung sowie dem „Förderprojekt Primärversorgung“.

Im Kreis-Sozialausschuss berichtete Diana Kiemel vom Geschäftsbereich Gesundheit des Landratsamtes, was in den Arbeitsgruppen aktuell ansteht.

Nachwuchsgewinnung: Medizinstudierende der Uni Ulm absolvieren zurzeit in sechs Lehrpraxen im Ostalbkreis ein Praktikum. Der Landkreis zahlt je 300 Euro Fahrtkostenzuschuss. Zwölf Lehrpraxen gibt es auf der Ostalb, vor allem im Aalener und Ellwanger Raum. Ziel ist eine feste Kooperationsvereinbarung mit der Uni Ulm.

Haus- und fachärztliche Versorgung: Strukturierte Kommunikationswege sollen regelmäßigen Austausch zwischen niedergelassenen Ärzten, Vertretern von Kommunen, Landkreis und Kreisärzteschaften sicherstellen. Dazu wurde der Ostalbkreis in elf Teilräume gegliedert. Die erste Teilraumkonferenz „Rosenberg und Jagstzell“ gab es am 14. April. Um fachlichen Austausch und Gespräch, zum Beispiel über vakante Facharztsitze, geht es in der Arbeitsgruppe fachärztliche Versorgung. Ein erstes Treffen ist für den 4. Mai anberaumt. Das „Förderprojekt Primärversorgung“ bezuschusst das Land mit knapp 300 000 Euro. Aufgebaut wird ein Netzwerk zur Versorgung chronisch Kranker.

Reaktionen: Volker Grab (Grüne): „Der eigentliche Gewinn ist, dass es gelungen ist, die unterschiedlichen Akteure zusammenzubringen.“ Herbert Hieber (SPD): „Eine Möglichkeit, Betroffene zu Beteiligten zu machen.“ Dr. Peter Högerle (CDU) forderte, auch im Gmünder Raum aktiv um Lehrpraxen zu werben, ebenso bei Studenten um Praktika auf der Ostalb. Bernhard Ritter (Freie Wähler) wünschte, „dass die Akteure ihren Schwung nicht verlieren“.Bea Wiese

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