Gegenwind für die Montagsspaziergänger im Ostalbkreis

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Gegen die Montagsspaziergänge (das Foto zeigt einen solchen Spaziergang in Aalen) macht jetzt ein Ostalbbündnis mobil.
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Ein Bündnis "für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis" wendet sich an die "stille Mehrheit" - vermeintlicher Freiheitskampf der "Spaziergänger" sei "getarnter Egoismus", so die Initiatoren.

Aalen/Schwäbisch Gmünd. Jetzt gibt es auch im Ostalbkreis eine Initiative, die sich gegen die sogenannten, Corona-Maßnahmen kritisierenden „Montagsspaziergänge“ richten. Unter dem Motto "Für ein solidarisches Miteinander im Ostalbkreis statt egoistischen Corona-"Spaziergängen" haben sich vier Organisationen zusammengetan und eine Ostalb-Petition ins Leben gerufen. Außerdem sind Aktionen und Kundgebungen geplant. Zum Kreis der Initiatoren gehören die Bündnisse gegen Rassismus in Aalen und in Schwäbisch Gmünd sowie die Fraueninitiative und die Jugendkulturinitiative in Schwäbisch Gmünd.

Die Initiatoren begründen ihren Schritt vor allem mit der pandemischen Situation, aber auch politisch: „Solidarität mit ungeimpften Menschen in dieser Zeit bedeutet, sich impfen zu lassen – gerade auch für die Kinder und für diejenigen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.“ Abzulehnen sei hingegen „der Schulterschluss mit rechten Esoterikern, Verschwörungsanhängern, Coronaleugnern und Neonazis von AfD bis NPD, die einen diktatorischen Umsturz des Staates herbeifantasieren“.

Seit fast zwei Jahren befinde man sich in einer Pandemie und zurzeit spitze sich die Situation erneut zu, heißt es in einem Schreiben der vier Gruppen. Die Situation in den Krankenhäusern sei „konstant angespannt“, Pflegekräfte seien „völlig überlastet“ und weiter: „Neben denen, die an der Virusinfektion leiden und sterben, gibt es diejenigen, denen aufgeschobene medizinische Behandlungen zum Verhängnis werden.“ Einzelhandel und Gastronomie hätten mit „enormen Umsatzeinbrüchen“ zu kämpfen, Künstlerinnen und Künstler unter sinkenden Besucherzahlen. „Wir alle nehmen Einschränkungen auf uns, um gemeinsam miteinander aus der Pandemie zu kommen“, heißt es in der Petition und „ausgerechnet in dieser Zeit gehen in Schwäbisch Gmünd, Aalen und anderen Orten im Ostalbkreis sogenannte ‚Corona Spaziergänger‘ auf die Straße – ohne Masken und ohne Abstand und tragen weiter zu einer Verbreitung des Virus bei“.

Der Kreis der Initiatoren wendet sich mit dieser Petition an die "große, stille Mehrheit, weil wir es leid sind, dass diese 'Corona-Spaziergänger' lärmend durch unsere Innenstadt ziehen." Auch sei man es leid, "dass diese lärmende Minderheit durch ihre regelmäßigen öffentlichen Auftritte ein fiktives Bild von öffentlicher Dominanz erzeugen“, heißt es weiter. Diejenigen, die sich aktuell auf den Straßen versammelten, seien „eine Minderheit, die ihre Augen vor der Realität der Pandemie verschließt“, ihr „vermeintlicher Freiheitskampf“ sei „nichts anderes als getarnter Egoismus“.

Eine solidarische Gesellschaft müsse aber die Bedürfnisse „aller im Blick haben und nicht nur die eigenen“. Dass es auch anders gehe, zeigten zahlreiche Aktionen und „nicht zuletzt alle, die seit Beginn der Pandemie an ihrer Bekämpfung und Behandlung“ arbeiteten sowie die mittlerweile „über 217 000 Menschen im Ostalbkreis, die sich haben impfen lassen“. Im Ostalbkreis leben 314 000 Menschen.

Daran gelte es anzuknüpfen. Die "vermeintliche Stärke der CoronaleugnerInnen" liege darin, „dass sie auf der Straße präsent sind, während sich die Mehrheit der Bevölkerung an die Kontaktbeschränkungen" halte. Die Coronaleugner seien eine Minderheit. Es folgt ein Appell, dies deutlich zu machen – mit der Petition, aber auch konkret. So haben die Initiatoren einen  dezentralen Aktionstag ausgerufen, am Montag,  24. Januar. „Hängt Transparente, oder Schilder aus Euren Fenstern und Balkonen, klebt Schilder in Eure Fenster oder stellt Kerzen im Fenster auf“, heißt es in dem Schreiben und weiter „Macht davon Fotos und veröffentlicht sie unter dem Hashtag: #solidarischesmiteinanderostalb".  EinzelhändlerInnen, Gastronomen und Stadtverwaltungen werden gebeten um 19 Uhr die Lichter in Lokalitäten und die Straßenbeleuchtung auszuschalten. Zudem ist für Montag,  31. Januar, um 18 Uhr in Schwäbisch Gmünd eine Kundgebung geplant – mit Abstand, Maske und Test – der Ort werde noch bekannt gegeben.

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