Gerechter Bonus gefordert

Auch Mitarbeitende in der Behindertenhilfe sollen profitieren, fordert der Verband der Komplexeinrichtungen.

Schwäbisch Gmünd. Laut einem Gesetzesentwurf der Bundesregierung soll die Leistung von Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen während der Corona-Pandemie mit einem Pflegebonus gewürdigt werden. Der Verband der Komplexeinrichtungen der Behindertenhilfe fordert, dass diese staatliche Sonderleistung auch den Mitarbeitenden in der Behindertenhilfe zugute kommen soll.

Der Bundestag hat sich am 7. April in erster Lesung mit dem sogenannten Pflegebonusgesetz befasst. Laut Entwurf sollen je 500 Millionen Euro für den Pflegebonus im Bereich der Krankenhäuser sowie der Pflegeeinrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Der Verband der Komplexeinrichtungen der Behindertenhilfe in Baden-Württemberg weist darauf hin, dass etwa die Betreuung und Pflege von coronainfizierten Klienten unter Isolationsbedingungen, das häufige Einspringen für erkrankte oder in Quarantäne befindliche Kollegen, die Umsetzung der wechselnden Schutz- und Hygienemaßnahmen durch die zahlreichen Anpassungen der Corona-Verordnungen, aber auch die psychischen Belastungen durch das anhaltend hohe Infektionsrisiko in den Werkstätten und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung eine Würdigung verdienten. 

An die Grenzen der Belastbarkeit

„Sowohl die Mitarbeitenden in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen als auch die Mitarbeitenden in der Behindertenhilfe haben während der Corona-Pandemie Großartiges geleistet und sich bis an die Grenzen der Belastbarkeit für die von ihnen betreuten Menschen eingesetzt.“ erläutert Professor Dr. Wolfgang Wasel, Vorstand der Stiftung Haus Lindenhof, und ergänzt: „Alle zusammen haben sie den Corona-Bonus als gesellschaftliche Anerkennung ihrer besonderen Belastungen mehr als verdient. Es kann deshalb nicht sein, dass ausgerechnet die Mitarbeitenden in der Behindertenhilfe nicht berücksichtigt werden sollen. Es darf innerhalb der Pflege keine Abstufung getroffen werden, die sich in der Bonuszahlung bemerkbar macht. Die vorgesehene Abstufung in der Höhe halten wir ebenso für ungerecht und nicht nachvollziehbar. Alle sollten das Gleiche bekommen.“

Zuständig für die Auszahlung des Corona-Bonus wären dann nicht wie im Falle der Pflege die Kranken- und Pflegekassen, die die zusätzlichen Aufwendungen wiederum vom Bund erstattet bekommen würden. „Der Bund und die Länder sind hier gefordert“, stellt Wasel klar. 

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