Gmünd will Öffnen mit Sicherheit

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Am Bockstorplatz könnte eine Teststation stehen.
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Die Stadt setzt auf das Tübinger Modell und auf eine Genehmigung des Landes.

Schwäbisch Gmünd. Die Stadt Gmünd bereitet sich darauf vor, das Tübinger Modell "Öffnen mit Sicherheit" auch in Gmünd umzusetzen. Dies sagte am Freitag Bürgermeister Christian Baron auf GT-Anfrage. Tübingen ermöglicht Bewohnern und Gästen den Besuch von Geschäften, Lokalen und kulturellen Einrichtungen durch Tests an insgesamt sieben Stationen an Eingängen zur Innenstadt.

Gmünd habe sich mit 41 Kommunen im gesamten Ostalbkreis darum beworben, ebenfalls Modellregion zu werden, sagte Baron. Die Bewerbung hatte Landrat Dr. Joachim Bläse am Donnerstag beim Ministerium eingereicht. Gmünd sei mit Tübingen und Schorndorf seit längerer Zeit in einer Dreierkonstellation unterwegs, sagte Baron. Die Oberbürgermeister der drei Städte, Boris Palmer, Matthias Klopfer und Richard Arnold, haben mehrfach gemeinsam Briefe an die Landesregierung verfasst, immer mit dem Ansinnen, die Kommunen für einen pragmatischeren Umgang mit der Corona-Pandemie in die Corona-Politik einzubeziehen. Arnold, Palmer und Klopfer stünden dabei in einem regen Austausch. Hatte Tübingen beim "Öffnen mit Sicherheit" durch die Tests die Nase vorne, so war Gmünd bei den Tests in den Kindertagesstätten schneller. Diese Schnelltests in den Kitas weitet nun auch Tübingen von den Erzieherinnen auf die Kinder aus.

Neben dem Ostalbkreis und Gmünd haben sich inzwischen unzählige weitere Kreise im Land für das Projekt "Öffnen mit Sicherheit" beworben. Baron rechnet mit Entscheidungen des Sozialministeriums in der kommenden Woche. Bekomme Gmünd einen Zuschlag, führe die Stadt tagesaktuelle Tests ein. An mehreren Stationen in der Stadt – Baron denkt an den Marktplatz, den Bockstorplatz, die Ledergasse und den Kalten Markt – werden Bewohner und Besucher getestet. Einbezogen werden soll auch die Teststation im Schießtal. Eine Viertelstunde lang müssen die Bürger auf das Ergebnis warten. Sind sie negativ, erhalten sie ein Tagesticket. Der Bürgermeister geht von einigen 100, vielleicht auch 1000 Tests am Tag aus. Für die Tests setzt er auch auf das DRK, will aber zudem Bürger gewinnen, die in eineinhalb Stunden zu Testern ausgebildet werden. Und Baron setzt darauf, dass die Tests vom Land finanziert werden. Gmünds Stadtspitze beobachtet dabei genau, wie sich das Modell in Tübingen entwickelt. Der Andrang dort ist groß. Fürs kommende Wochenende hat die Stadt deshalb die Zahl der Tagestickets für auswärtige Gäste deshalb auf 3000 begrenzt. "Unser Modellvorhaben soll klären, ob es möglich ist, das normale Stadtleben wieder zu gewinnen", sagte dazu Palmer. Tübingen könne aber als kleine Stadt nicht die Sehnsucht danach für halb Süddeutschland stillen. Der Versuch sei nur erfolgreich, wenn die Inzidenzen niedrig bleiben, sagte Tübingens Pandemiebeauftragte Dr. Lisa Federle. Eine überfüllte Stadt könne Tübingen sich nicht leisten.

Über Begrenzungen jedoch denkt Gmünd noch nicht nach. Baron sieht das Projekt zunächst als "Chance, mit relativ hoher Sicherheit zur Freiheit zurückzukehren". Er weiß dabei, dass es auch andere Stimmen gibt. Die des Chefs des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, oder die des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Sie sehen Öffnungsversuche kritisch. Baron aber hat Vertrauen in die Kompetenz der Kommunen. "Wir haben beim Impfen gute Erfahrungen gemacht mit dem Delegieren auf kommunale Ebene", sagte er. Deshalb: Wenn die Landesregierung sage, sie steige in den Versuch ein, sei Gmünd bereit mitzumachen.

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