Grandioser Einstand im KubAA

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Das neu gegründete Aalener Festival Orchester spielte zum Einstand am Freitag im Aalener Kulturbahnhof in kleinen Besetzungen. Als großes Sinfonieorchester konnten die Musiker coronabedingt nicht auftreten. Stattdessen gab es seltengehörte Stücke in außergewöhnlicher Besetzung.

Das Aalener Festival Orchester feierte musikalisch seinen Einstand im neuen Kulturbahnhof in Aalen in außergewöhnlicher Besetzung.

Mit feinster Kammermusik gab das Aalener Festival Orchester im neuen Kulturbahnhof Aalen einen grandiosen Einstand. Genauer gesagt, eine Auswahl der rund 50 zum Klangkörper gehörenden Musiker, denn der ursprünglich geplante Auftritt als großes Sinfonieorchester war coronabedingt nicht möglich.

Eine gute Gelegenheit, stattdessen selten gehörte Stücke in ungewöhnlicher Besetzung zu präsentieren: Ludwig van Beethovens Bläseroktett und das Oktett für Streicher von Felix Mendelssohn Bartholdy. "Eine Idee wird Wirklichkeit, die vor anderthalb Jahren entstanden ist", erinnert Kulturamtsleiter Dr. Roland Schurig an die Anfänge des Projekts.

Damals als Gero Wittich den Vorschlag unterbreitete, ein Orchester eigens für den Kulturbahnhof zu gründen. Mit Profimusikern, die im Kern aus der Region stammen, inzwischen aber national und international als Hochschulprofessoren oder Orchestermusiker tätig sind. Zuerst ein überaus gefälliger Beethoven. Oboe, Klarinette, Fagott und Horn sind jeweils paarweise vertreten, dazu ein Kontrafagott.

Präzise Artikulation und ein breites dynamisches Spektrum vom zarten Pianissimo bis zum kräftigen Forte – der Raum mit seiner feinen Akustik bietet dafür die ideale Kulisse. War das Bläseroktett gepflegte niveauvolle Unterhaltung, ist das folgende Stück ein musikalisches Ereignis. Das mag zum einen an der Begabung des erst 16-jährigen Mendelssohn liegen, der mit dem Oktett Es-Dur sein bedeutendstes Jugendwerk schrieb.

Eine Idee wird Wirklichkeit.

Dr. Roland Schurig Kulturamtsleiter

Vor allem ist es die Strahlkraft von Erika Geldsetzer an der ersten Violine, die mit unerschöpflicher Energie und Musizierlust den Fluss der Melodien auslöst. Die mit gewinnendem Lächeln und anmutiger Geste das wiederkehrende Auftaktmotiv ihren Kolleginnen und Kollegen zuspielt – und die ziehen mit. Darunter auch Gero Wittich an der Bratsche, der künstlerische Leiter und Initiator des Projekts.

Bezaubernd der dritte Satz: Wie eine flüchtige Erscheinung huscht das flirrende Scherzo vorbei, dem Mendelssohn Verse aus der Walpurgisnacht von Goethes Faust unterlegte. Davon würde man gern noch mehr hören. Das sei auch so geplant, kündigt Dr. Schurig an. Weitere Auftritte sind vorgesehen.

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