Große Themen und pfiffige Jugend

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Sie alle sind in der Jugendarbeit des Dekanats Ostalb an verschiedenen Stellen aktiv: „Kirche ist alles, aber nicht langweilig“. vorne v.l. Silja Puscher, Annalena Bihr, Magdalena Kreer, 2. Reihe v. links: Verena Zauner, Adrian Neufeld, Dekan Robert Kloker, Roman Kiessling, 3. Reihe: Marios Pergialis

In der Herbstsitzung müssen sich die Mitglieder des katholischen Dekanatsrates mit dem Missbrauchsfall im Dekanat Ostalb beschäftigen. Thema ist auch die Personalnot im Aalener Raum.

Aalen-Wasseralfingen

Der katholische Dekanatsrat ist in der Sängerhalle Wasseralfingen zu seiner Herbstsitzung zusammengekommen. Jugendarbeit, Ehrenamt und ein Antrag der Aalener Kirchengemeinden an den Bischof, waren die Hauptthemen des Abends. Außerdem brachte Dekan Robert Kloker die Räte auf den neusten Stand in Sachen Missbrauchsfall im Dekanat.

Das Dekanat Ostalb sieht sich seit zwei Wochen mit Vorwürfen wegen Übergriffigkeit und Grenzverletzungen gegenüber eines leitenden Pfarrers konfrontiert. Dekan Robert Kloker betonte, dass eine unabhängige Missbrauchskommission den Fall aufgenommen hat und bereits viele Gespräche sowohl mit den Betroffenen, als auch mit Pfarrer stattgefunden haben. Dieser wurde von Bischof Gebhard Fürst vom Dienst freigestellt und befindet sich außerhalb der Seelsorgeeinheit. „Es darf jetzt auf der einen Seite keine Vorverurteilung geben, auf der anderen Seite nehmen wir die Vorwürfe sehr, sehr ernst“, führte Kloker aus. Es sei für alle eine bedrängende Situation. Sein Dank galt den beiden Dekanatsreferenten Tobias Kriegisch und Romanus Kreilinger, die dafür sorgen, dass die pastoralen Dienste in der Seelsorgeeinheit aufrecht erhalten bleiben können.

Personalnot in Aalener Kirchengemeinden

Die Seelsorgeeinheit Aalen möchte an die Leitungsebene der Diözese Rottenburg-Stuttgart einen Antrag stellen, dass „die nächsten Jahre der Seelsorge absolute Priorität eingeräumt werden.“ Pfarrer Wolfgang Sedlmeier und Luzia Gutknecht stellten dem Gremium die aktuelle Situation vor Ort vor. „Es geht vieles verloren, wenn wir beispielsweise keine ordentliche Erstkommunionvorbereitung mehr anbieten können“, sagte Luzia Gutknecht. Um den personellen Notstand zu beheben, schlagen die Aalener Gemeinden erfahrene und erprobte Frauen und Männer des Ehrenamts für eine hauptamtliche Beauftragung vor. „Die Ausbildung soll dann praxisbegleitend erfolgen“, ergänzte Pfarrer Sedlmeier. Der Dekanatsrat steht einstimmig hinter diesem Antrag der Aalener Katholiken, wenn auch die genaue Verortung der gewünschten neuen Stellen kontrovers diskutiert wurde. „Wir werfen jetzt mal den Stein in den See und sehen, was daraus wird“, resümierte Dekan Kloker.

Frischer Auftritt bei den Jugendreferaten

Mit einem frischen und interessanten Auftritt stellten sich die Jugendreferate des Dekanats vor. Die beiden Dekanatsjugendreferenten Verena Zauner (Aalen) und Marios Pergialis (Schwäbisch Gmünd) hatten ehrenamtliche Mitarbeitende aus den Gemeinden mitgebracht, um Praxisbeispiele geben zu können. Mit Ideen für Workshops, mit entsprechendem Material und Inputs für Gruppenstunden vor Ort können die Jugendreferate die Jugendgruppen in den Gemeinden bestens unterstützen. Dass Jugendliche Freiräume in der Gestaltung brauchen, das sagte Adrian Neufeld von der Gmünder Jugendkirche ins Plenum. „Dann entsteht immer etwas ganz Tolles“.

Diözesanoberministrantin Annalena Bihr aus Dewangen wünscht sich, dass das Ehrenamt in der Jugendarbeit mehr Anerkennung finde. „In der Diözese sind wir ein riesiges Netzwerk, wir haben aber auch Kontakt zu den ‚Wurzelminis‘“, sagte Bihr. Damit meint sie diejenigen Ministrant:innen, die ihren Dienst am Altar tun.

Mit Blick auf die im Ehrenamt Tätigen

Dass sie voll in ihrem Amt als Ehrenamtskoordinatorin in der Seelsorgeeinheit Limeshöhe aufgeht, das merkte man dem Vortrag von Colette Eisenhuth an. Mit tollen Projekten, wie der Einführung eines Mittagstisches in Wetzgau-Rehnenhof oder mit den Hoffnungswegen für Trauernde, hat die Ehrenamtskoordinatorin gemeinsam mit den Ehrenamtlichen dafür gesorgt, dass Solidarität und Spiritualität in den Gemeinden wachsen können.

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