Großeinsatz der Polizei wegen Ausgangssperre

  • Weitere
    schließen
+
-
  • schließen

Das Polizeipräsidium Aalen beteiligte sich angesichts des weiterhin hohen Infektionsgeschehens an diesem Wochenende an sogenannten Schwerpunktkontrollen und zieht eine erste Bilanz. 

Ostalbkreis. Seit Samstagnacht gilt in Baden-Württemberg die nächtliche Ausgangssperre. Zwischen 20 Uhr und 5 Uhr ist das Verlassen der Wohnung nur aus triftigen Gründen zulässig. Und so waren die Städte nach 20 Uhr wie leergefegt, wie die Fotos unseres Fotografen Marius Bulling zeigen.

Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen wurden das ganze Wochenende von den Aalener Polizeibeamten überwacht. Die Polizei bilanziert: "Während der Abendstunden verringerte sich der Fahrzeug- und Personenverkehr zusehends." Ab Mitternacht seien kaum Personen unterwegs gewesen. Der Verkehr beschränkte sich weitestgehend auf Personen, die sich alleine auf dem Weg von oder zur Arbeitsstelle befanden. Die Anzahl der Menschen im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs war äußerst gering. Mit denjenigen Personen, die sich nicht an die Ausgangsbeschränkung hielten, suchten die Ordnungshüter den Dialog und klärten sie über die geltenden Vorschriften auf. Sie zeigten sich einsichtig, wobei die Polizeibeamten feststellten, dass ihnen die Neuregelungen wohl einfach noch nicht bewusst waren.

Bei den Kontrollen waren am Wochenende über 20 Streifenbesatzungen an über zehn wechselnden Kontrollstellen im Einsatz. Es wurden außerdem mobile Kontrollen durchgeführt. Wie die Polizei berichtet, waren ab Mitternacht kaum mehr Personen unterwegs. Es wurden knapp 500 Fahrzeuge und rund 700 Personen kontrolliert. Die Mehrzahl konnte einen triftigen Grund vorbringen. Bei knapp ein Fünftel der Menschen, die unterwegs waren, war dies allerdings nicht der Fall. Die  meisten erklärten, dass sie die  Regelungen noch nicht genauer kannten. Laut Polizei waren allerdings alle einsichtig, Anzeigen mussten nicht ausgestellt werden.

Diejenigen die ohne triftigen Grund unterwegs waren, konnten überwiegend glaubhaft herüberbringen, dass sie von der neuen Corona-Verordnung noch nichts wussten.

Rudolf Biehlmaier, Pressesprecher Polizei Aalen

Fußgängerzonen und Schnellrestaurants im Blick

Die Polizeibeamten haben sowohl den fließenden Verkehr, als auch die Fußgänger überprüft, um so die Durchsetzung der nächtlichen Ausgangsbeschränkung sicherzustellen. In Aalen postierten sich die Beamten gegen Mitternacht an der Stuttgarter Straße und konnten bei drei kontrollierten Autos keine Verstöße feststellen. In Schwäbisch Gmünd patrouillierte eine Streife durch die Innenstadt und konnte ebenfalls keine Menschen antreffen. Die Polizei stellte fest, dass am Samstag hauptsächlich junge Erwachsene sich nach Mitternacht an Imbissläden oder Schnellrestaurants versorgten und auch dort die Speisen zu sich nahmen. Auch hier war es noch nicht im Bewusstsein der Menschen, dass die Abholung von Essen nach 20 Uhr nach den Vorschriften der neuen Corona-Verordnung keinen triftigen Grund zum Verlassen der Wohnung darstellt. 

  • Im Raum Schwäbisch Gmünd und Schorndorf wurden rund 120 Fahrzeuge und 200 Personen kontrolliert, bilanziert Polizeisprecher Holger Bienert. Etwa zehn Prozent war ohne wichtigen Grund draußen.
  • Im Raum Aalen und Ellwangen waren es 80 kontrollierte Fahrzeuge und 90 Personen. Hier waren alle berechtigt unterwegs, sagt Holger Bienert.

Die größte Kontrolle des Abends fand in Waiblingen statt. Dutzende Autofahrer wurden unterhalb einer Brücke zwischen Waiblingen und Korb angehalten und befragt. Meist waren die Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit, aber auch vermehrt Pizzalieferdienste gerieten in die Kontrollen. 

Wir haben zusätzliche Kräfte in den Dienst gebracht und werden versuchen den gesamten Präsidiumsbereich mit Sonderkontrollen abzudecken. 

Rudolf Biehlmaier, Pressesprecher Polizei Aalen

Es keine Anzeigen, es blieb bei Verwarnungen. "Es ging nicht darum, Strafen zu verhängen, sondern um Aufklärung", sagt Holger Bienert über diese erste Phase der Kontrollen. "Die Botschaft lautet: Ihr sollt daheim bleiben."

Doch je nachdem, wie gravierend die Verstöße sind, und auch abhängig von der Einsicht der Kontrollierten werden Verstöße konsequent geahndet und zur Anzeige gebracht, kündigt die Polizei an. Die Beamten werden die Kontrollen fortführen. Das Polizeipräsidium Aalen werde das Einsatzkonzept jedoch stetig überprüfen und bewerten und es je nach Lage hinsichtlich der Kontrollen sowie der eingesetzten Kräfte anpassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer haben sich am Sonntagvormittag auf einen härteren Lockdown ab dem kommenden Mittwoch geeinigt. 

Ein Polizist kontrolliert ein Fahrzeug auf der Stuttgarter Straße in Aalen bei einer Kontrolle von Autofahrern. (©
©
©
©
©
©
©
Eine Kontrollstelle im Rems-Murr Kreis in Waiblingen. (©
©
©
©
©
©
©
©
©
©
©

Zurück zur Übersicht: Ostalbkreis

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL