Großklinik auf der grünen Wiese?

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Ostalb-Klinikum in Aalen, Stauferklinikum in Mutlangen und Virngrundklinik: Die Zukunft der Kliniken im Ostalbkreis beschäftigt die Politiker im Landkreis.
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Die Diskussion über die drei Klinikstandorte im Ostalbkreis nimmt Fahrt auf - in den kommenden Wochen und Monaten sind heftige Diskussionen zu erwarten.

Aalen. Hinter verschlossenen Türen ist es schon geraume Zeit ein Thema. Nachdem darüber die SchwäPo am Mittwoch berichtet hat, wird nun im Ostalbkreis in den kommenden Wochen dann auch öffentlich darüber diskutiert werden, wie es mit den drei Kliniken weitergeht: mit dem Ostalb-Klinikum in Aalen, der Virngrund-Klinik in Ellwangen und dem Stauferklinikum in Mutlangen.

Wäre nicht ein gemeinsamer Neubau besser?“

Zitat aus internem Papier

Vorschläge dazu hat eine Lenkungsgruppe erarbeitet. Eine Idee ist die Fusion der Ellwanger und der Aalener Klinik in einem Neubau – das Stauferklinikum würde beibehalten werden. Eine zweite Idee ist, das Ostalbklinikum Aalen und die Stauferklinik in Mutlangen in einem gemeinsamen Neubau auf der grünen Wiese westlich von Aalen zusammenführen, unter Beibehaltung der Ellwanger Virngrund-Klinik. In einem Papier für die Personalräte, das der Redaktion vorliegt, wird schon ein wenig eine mögliche Lösung skizziert. Man wisse, dass es ein „weiter so“ nicht geben könne. Zudem stünden im Stauferklinikum – wie auch in Aalen, Anmerkung der Redaktion – in den nächsten Jahren notwendige Sanierungen an. Da könne es fraglich sein, ob die Mitglieder des Kreistages bereit seien, „über 100 Millionen Euro parallel zu einem Neubau im Osten“ für „notwendige Sanierungen im Stauferklinikum zu investieren“. Es werden Fragen gestellt in Bezug auf mögliche Abwanderungen von Patienten, auf den Erhalt von Abteilungen und die Levels.

Geplante Investitionen in das Ostalb-Klinikum

Und auch in Aalen stehen ja gewaltige Investitionen an: Wie die SchwäPo im Mai 2020 berichtet hat, soll ins Ostalb-Klinikum in Aalen mächtig investiert werden, um die Klinik fit zu machen für die Zukunft. Von 40 Millionen Euro war damals die Rede gewesen, die eingesetzt werden sollen, um östlich der alten Intensivstation alle medizinischen Kernfunktionen zu bündeln, um sie möglichst optimal in der Nähe von Hubschrauberlandeplatz, Operationssälen und verschiedener Funktionsbereiche wie Kardiologie, Chirurgie oder Radiologie zu positionieren. Umgesetzt ist das bislang nicht.

Sanierungen in Mutlangen, Investitionen in Aalen: Ganz konkret wird in dem aktuellen klinikinternen Papier gefragt: „Wäre in diesem Fall nicht ein gemeinsamer Neubau, welcher von beiden Raumschaften gleich schnell erreichbar wäre und die zwei großen Standorte zwischen Aalen und Schwäbisch Gmünd zusammenführt, besser?“

Die große Diskussion im Kreistag beginnt im Mai

Über diese Frage wird die Ostalb diskutieren in den nächsten Wochen und Monaten. Ganz konkret geht es so weiter: Die Vorstellung der Lenkungsgruppe-Ergebnisse vor dem gesamten Kreistag soll am 2. Mai dieses Jahres stattfinden. Eine Klausurtagung folgt dann am 9. Juli. Der Verwaltungsrat soll am 12. Juli dieses Jahres zu einem Ergebnis über die Zukunft der drei Standorte kommen.

OB Brütting sieht Aalen gut aufgestellt

Der Aalener Oberbürgermeister Frederick Brütting zumindest ist „froh darüber, dass die Diskussion jetzt öffentlich“ geführt werde und „nicht nur im nicht-öffentlichen Teil des Verwaltungsrates der Kliniken Ostalb“. Denn diese Diskussion brauche Transparenz.

In Bezug auf eine zu erwartende Standortdiskussion sieht Brütting das das Ostalb-Klinikum in Aalen aufgrund der Lage und des Leistungsspektrums, das dort angeboten werde, „sehr gute Argumente“ habe. Aus Aalener Sicht könne daher die Debatte „sehr selbstbewusst“ geführt werden.

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