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Gruselig: So sehen die Kürbisse der Ostälbler aus

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Kürbisgeister
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Wie der Kürbis- dem Rübengeist den Rang abläuft und warum sich niemand einen netten Geist vor die Haustür stellen will.

Ellwangen/Aalen/Gmünd

Kürzlich saß ich mit einem Dreikäsehoch vor einem Kürbis und fragte ihn, ob der Kürbisgeist, den ich schnitzen sollte, freundlich oder gruselig aussehen solle. Der Bursche war noch nicht mal im Kindergarten, aber die Antwort kam ohne groß zu überlegen: „Gruselig.“

Damit ist eigentlich schon alles gesagt über jene alte Tradition, die im Herbst nach Einbruch der Dunkelheit die Kinder mit Rüben- oder Kürbisgeistern auf die Straße treibt. Sie ziehen von Haus zu Haus, erschrecken sich selbst und die Erwachsenen und erbeuten dafür Süßigkeiten oder Chips. Dass sich das Rübengeistern auf der Ostalb immer mehr dem Halloween aus dem amerikanischen Kulturraum annähert, hat viel mit Hollywoodfilmen zu tun, aber auch mit dem Strukturwandel der heimischen Landwirtschaft. Heute ist es um vieles einfacher, an einen ordentlichen Kürbis zu kommen, als an eine Futterrübe, die kaum noch angebaut wird.

Dabei ist Halloween ursprünglich sogar eine europäische Tradition: An „All Hallows’ Eve“, der Abend vor Allerheiligen, also Allerseelen wurde in Irland und den katholischen Gebieten der Verstorbenen gedacht. Daran erinnern die Geister und dass es die Kinder sind, die den Grusel pflegen, ist auch leicht erklärbar. Wer mal einen ganzen Abend den gruseligen Rübengeist durch die Nacht getragen hat, braucht vor echten Geistern keine Angst mehr zu haben.

„Wir sind die Rübengeister und haben einen Meister und der hat uns befohlen, Süßes herzuholen!“ So schallt es meistens aus dem Dunkel, wenn man hierzulande fremde Kürbisgeister vor der Tür stehen hat. „Süßes oder Saures“ kommt es dann schnell noch hinterher, während in den USA „trick or treat“ gerufen wird, was so viel heißt wie „Ein Geschenk oder es gibt einen Streich“. Eher selten sind bei uns noch die Kinder in Gruselkostümen. In den USA ist die Halloweenparty mit „gruseligem“ Gebäck wie abgehackten Fingern aus Biskuit oder „blutigen Getränken“ aus Kirschsaft Pflicht. Bei uns im ländlichen Raum hat sich das wohl noch nicht wirklich durchgesetzt. Allerdings ist Bewegung in der ganzen Geschichte. Das zeigen die Fotos von Kürbisgeistern unserer Leserinnen und Leser. Der grob geschnitzte Geist mit Grinsegesicht und Zahnlücke ist fast schon eine Seltenheit. Filigrane Kunstwerke, richtige Gruselfratzen oder ganz andere Motive werden heute in den Kürbis geschnitzt. Vorlagen kann man sich selbst ausdenken oder man findet sie tausendfach im Internet.

Das „Gruseln“ ist jedenfalls ein Megatrend, und das vermutlich schon seit Menschen Rübe oder Kürbis schnitzen können. Heute ist der Totenkopf omnipräsent, der „Thriller“ füllt das Abendprogramm von Oma und Opa und Horrorfilme locken die Jüngeren ins Kino. Warum das so ist, lässt sich leicht erklären: Der „Grusel“ auf der Wohnzimmercouch kitzelt die Nerven und bereitet vor, falls mal „echter“ Grusel in den Alltag einbricht.

Vermutlich wurden deshalb in der Nachkriegszeit, als die Menschen den realen Grusel gestrichen satt hatten, vorwiegend Heimatschnulzen angeschaut.

Kürbisgeist
Kürbisgeist
Kürbisgeist
Kürbisgeist
Kürbisgeist
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Kürbisgeist mit Elch
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Kürbis Freisteller
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Kürbisgeister für Halloween
Hirschgeweih in Kürbisgeschnitzt
Kürbisgeist eines Kaninchens
Kürbisgeist
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