Tradition

Gsälz, Brogella und Urosa

Cordula Weinke freut sich über Beiträge von Lesern, die Schwäbisch können

Wissen Sie, was Urosa sind? Mit dieser Frage begrüßt mich Siegfried Wiedemann, als ich ihn für diesen Beitrag unserer "Oschtalbkoscht & Heimatluscht" in Onatsfeld besuche. Meine Antwort erfreut ihn: Natürlich kenne ich den Begriff. Zwar zähle ich zu den "Reigschmeckten" auf der Ostalb, dies aber seit inzwischen 37 Jahren. Und wer sich ständig unter Menschen bewegt, die ihr Schwäbisch pflegen ...

Meine erste Lektion erhielt ich während meiner Zimmersuche in Gmünd, im Herbst 1981. "Ihr Gsälz könnet Se gära auf osärer Behne lagera", bot mir meine zukünftige Vermieterin an. Gsälz? Als Nordhessisch, die den ersten Tag ihres Lebens im Schwäbischen verbrachte, hatte ich keine Ahnung, was damit gemeint war. Behne? Selbst als ich erfuhr, dass "Behne" die "Bühne" sei, fand ich die Vorstellung lustig, in ein Haus mit Theaterbühne (was sonst?) einzuziehen.

Und heute? Inzwischen spreche ich eher von Grombiara als von Kartoffeln, Begriffe wie Bräschtling oder Brogella verwende ich selbstverständlich. Eher wundere ich mich, wenn ein Ureinwohner der Ostalb nicht weiß, was Semsakrebsler sind.

Unsere Seite "Oschtalbkoscht & Heimatluscht", immer freitags in dieser Zeitung, stellt mich jetzt vor neue Herausforderungen. Besten Dank an unseren Leser Karl Haupt aus Abtsgmünd, der ein Gedicht und eine Erzählung im breitesten Schwäbisch an die Redaktion geschickt hat – jeweils mit schriftdeutscher Übersetzung. Lektionen nach dem Motto "Schwäbisch für Profis". Natürlich freut sich die Redaktion auch über jeden Beitrag für unser "Schwäbisch als Ratespiel" auf dieser Zeitungsseite. Wöchentlich kommen neue Einsendungen hinzu. Alle werden abgedruckt, versprochen!

Und Siegfried Wiedemann aus Onatsfeld? Er hat mir sein gesamtes "schwäbisch-deitschas Lexiko" für unser Ratespiel überlassen. Große Klasse! Wer es bisher nicht wusste, erfährt dort heute auch, was Urosa sind.

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