Gülle ausbringen – was ist erlaubt?

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Gülle-Verordnung

Das Landratsamt regelt Ausnahmen von der Pflicht für Landwirte zur bodennahen Ausbringung von Wirtschaftsdünger. Kleinbetriebe unter 15 Hektar dürfen weiterhin mit alter Technik wirtschaften.

Aalen

Die Gülleverordnung verlangt, dass Gülle und Jauche bodennah ausgebracht werden, damit möglichst wenig Stickstoff direkt in die Luft entweicht. Die Anschaffung entsprechender Maschinen, etwa Güllefässer mit Schleppschlauchverteilung, ist teuer.

Nun hat das Landratsamt Ostalbkreis, Geschäftsbereich Landwirtschaft, eine Allgemeinverfügung zum Vollzug der Düngeverordnung erlassen. Darin werden Ausnahmen von der bodennahen Ausbringung geregelt. Sie ist an diesem Mittwoch in Kraft getreten und gilt zunächst für zwei Jahre.

Von der Pflicht zur bodennahen Ausbringung sind demnach im Ostalbkreis Betriebe mit weniger als 15 Hektar landwirtschaftlicher Fläche ausgenommen. Diese Betriebe dürfen Wirtschaftsdünger noch mit der seitherigen Technik ausbringen, wenn sie bestimmte Auflagen einhalten.

So muss die Gülle großtropfig, mit vermindertem Druck und auf weniger als 5 Prozent Trockensubstanz verdünnt ausgebracht werden. Ein Mindestabstand von fünf Metern zu Gewässern muss eingehalten werden. Betriebe mit einem Viehbesatz von mehr als 1,8 Großvieheinheiten pro Hektar fallen nicht unter die Ausnahmeregelung, auch wenn sie weniger als 15 Hektar Fläche haben.

Jauche von Betrieben mit ausschließlich Festmistverfahren im Gesamtbetrieb darf unabhängig von der Betriebsgröße noch mit der seitherigen Technik ausgebracht werden.

Die übrigen Bestimmungen der Düngeverordnung und weiterer Rechtsvorschriften bleiben von dieser Ausnahmeregelung unberührt. Das gilt insbesondere für das Verbot, Düngemittel auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder mit Schnee bedeckten Böden auszubringen.

Auf nicht bewachsenen Ackerflächen und auf Grünland darf generell noch mit der herkömmlichen Technik aufgebracht werden. Auf unbestelltem Ackerland muss der Wirtschaftsdünger aber unverzüglich nach dem Ausbringen eingearbeitet werden.

Die Allgemeinverfügung wurde unter www.ostalbkreis.de in der Rubrik „Öffentliche Bekanntmachung“ veröffentlicht. Sie kann im Geschäftsbereich Landwirtschaft des Landratsamts zu den üblichen Öffnungszeiten eingesehen werden.

Mit der Allgemeinverfügung sollen kleine Betriebe, denen der Einsatz der Technik zur bodennahen Ausbringung wirtschaftlich nicht zuzumuten ist, entlastet werden. Sie können ihren Wirtschaftsdünger dennoch effizient einsetzen.

Mehr Infos: Für Fragen steht der Geschäftsbereich Landwirtschaft unter landwirtschaft@ostalbkreis.de und telefonisch unter (07961) 905936-0 zur Verfügung.

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