Haben Übungsflüge der Bundeswehr zugenommen?

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. Bei den Übungen der Jets kann es durchaus vorkommen, dass sie die Schallmauer durchbrechen.
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Mehrmals knallt es in jüngster Zeit über der Ostalb - ein Sprecher des Luftfahrtamtes erklärt, ob es zu mehr Eurofighter-Übungen kommt.

Aalen

Sonnenschein pur, keine Wolke am Himmel, dennoch ist ein lautes Donnergrollen zu vernehmen und Fensterscheiben wackeln. Das hat Bürgerinnen und Bürger auf der Ostalb in den vergangenen Wochen fast wöchentlich - mal am Morgen oder am Nachmittag - aufschrecken lassen.

Zieht ein starkes Unwetter auf? War es eine Explosion im Stadtgebiet? Die Antwort darauf ist eigentlich recht simpel, wissen diejenigen, die vor 1990 aufgewachsen sind. Etwas ältere Ostälbler wussten es gleich, denn früher standen solche Knalle schon fast auf der Tagesordnung. Dabei hat es sich nämlich um Eurofighter der Bundeswehr gehandelt, die bei ihren Überschallflügen von Neuburg an der Donau aus, die Überschallgeschwindigkeit erreicht haben.

Ostalb gehört zum zeitlich begrenzten Luftraum Allgäu

Der Ostalbkreis zählt dabei zum Übungsluftraum TRA Allgäu, wie ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr aufklärt. Wobei TRA für „Temporary Reserved Airspace“ steht, also ein zeitlich begrenzter Luftraum. In diesem Übungsluftraum werden von unterschiedlichen fliegenden Verbänden hauptsächlich Aus- und Weiterbildungsflüge sowie technische Flüge durchgeführt. Diese diesen zum Erwerb und Erhalt der Einsatzbereitschaft der fliegenden Besatzungen.

Auf Nachfrage teilt die Luftwaffe mit, dass im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 2600 Übungsmissionen in Deutschland geflogen wurden. Davon allein 370 Übungsmissionen im TRA Allgäu, unter anderem auch über der Ostalb – mit Überschallflügen.

Mindesthöhe bei Überflügen von größeren Städten

Aber ganz ohne Regeln dürfen die Kampfjets keine Übungsflüge durchführen. Denn es gilt für Eurofighter eine Mindestflughöhe von 1000 Fuß beziehungsweise 300 Meter. Diese Mindesthöhe dürfe für den militärischen Tiefflug nur in unverzichtbaren und vorher angemeldeten Ausnahmen auf 500 Fuß (etwa 150 Meter) reduziert werden, so der Sprecher weiter.

Bei den Knallen, die im Juni zum Beispiel über Aalen zu hören waren, flogen die Eurofighter in einer Höhe von rund 11.000 Meter über der Kreisstadt. Diese Zeitung hat berichtet. Beim Überflug von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern ist für Kampfflugzeuge eine Mindestflughöhe von 2000 Fuß - also 600 Meter - einzuhalten.

Regelungen für Überschallflüge der Bundeswehr

Bei Überschallflugübungen gelten jedoch Bestimmungen, um die Auswirkung der Flüge für die Umwelt gering zu halten. Demnach seien Überschallflüge von Montag bis Freitag im Zeitraum 8 bis 20 Uhr erlaubt – außer an Feiertagen. Zudem seien während der Mittagszeit zwischen 12.30 und 14 Uhr sind Überschallflüge zu unterlassen „sofern Einsatzgründe sie nicht zwingend erfordern“, weiß der Sprecher des Luftfahrtamtes. Dazu kommt eine Mindesthöhe über Landgebieten von 36.000 Fuß (etwa 10.972 Meter) und ein Flugweg, der einen Überschallknall über dicht besiedeltes Gebiet möglichst vermeidet.

Übungsflüge der Bundeswehr nehmen ab

Eine Statistik über die Anzahl der Übungsstunden und Missionen führt die Luftwaffe der Bundeswehr. Die Anzahl der Übungsmissionen seit 2000 bis zum Jahr 2017 habe laut einem Sprecher kontinuierlich abgenommen. Seit 2017 seien diese auf einem nahezu gleichbleibenden Niveau geblieben, teilt ein Sprecher der Luftwaffe mit.

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