Durchgespielt Ulrike Schneider über Spieleabende und was sich im Laufe der Zeit ändert

Halma, Poker und ein Zimmer

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Gummitwist und Verstecken draußen, drinnen Monopoly und Mensch ärgere dich nicht. Die Zahl der Spiele in meinem Kinderzimmer war überschaubar. Mein Favorit war immer Halma! Das hat mir meine Großtante Gretel beigebracht. Vor fünf Jahrzehnten. Jedes Mal – und das war damals jede Woche mindestens einmal – haben wir bei ihr das Brett ausgepackt und die Hütchen auf gestellt.

Eine Chance hatte ich anfangs nie. Später wurde es besser. Doch wir haben gespielt, weil so ein Spielenachmittag einfach Spaß macht. Auch während des Studiums habe ich an der Tradition festgehalten. Nur später am Abend – und in größerer Runde. Die Auswahl und Zahl meiner Spiele wuchs. „Hol's der Geier“, war unser Favorit am späten Abend. Das Spiel sorgte immer für beste Stimmung.
Und was gibt es als Familie schöneres als Spiele, Spiele, Spiele? Das erste Puzzle, Bauklötzchen und ein Steckwürfel aus Holz, gefolgt von klassischen Legos und jede Menge Kreatives beschäftigte Kinder und uns Eltern gleichermaßen. Mit den klassischen Brettspielen kamen die Spielenachmittage zurück. Das „Lager“ im „Spielzimmer“ füllte sich weiter. Unser großes Regal reichte längst nicht mehr aus – für die „Spiele des Jahres“ wie die „Geistertreppe“ (2004) und „Keltis“ (2008); für das Detektivspiel „Cluedo“ oder für das geografische Wissensspiel „Ausgerechnet Buxtehude“.
Noch immer gibt es sie, die Spieleabende. In anderer Runde, mit wechselnden Gästen. Eins ist geblieben – bei allen der Spaß am Spiel. Ob bei Poker, Monopoly, ob beim Binokel oder beim klassischen Uno. Vielleicht sind die Karten etwas abgegriffen. Das ist ein Zeichen von Nachhaltigkeit, ein Zeichen für Verbindendes mit anderen Menschen und ein Zeichen für sozial Prägendes.
Nur eines hat sich geändert seit Beginn der Corona-Pandemie. Aus dem „Spielzimmer“ ist ein „Redaktionsbüro“ im Homeoffice geworden, in dem bei jeder Zoom-Konferenz am Morgen, die Kolleginnen und Kollegen die Spiele im Regal sehen.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht von Ulrike Schneider. 

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