Hinschauen und Mut machen

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Dekanatsreferent Romanus Kreilinger, Dekan Robert Kloker, Dekanatsreferent Tobias Kriegisch (v.l.) beim traditionellen Jahresanfangsgottesdienst in St. Maria in Aalen. Foto: privat

Beim Jahresanfangsgottesdienst des Dekanats Ostalb in der Aalener Marienkirche geht es um die ökumenische Jahreslosung 2023: „Du bist ein Gott, der mich sieht“. 

Aalen/Schwäbisch Gmünd

Zu Beginn eines neuen Jahres lädt das katholische Dekanat Ostalb mit Dekan Robert Kloker traditionell zum Jahresanfangsgottesdienst. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen des Dekanats beginnen das Jahr gemeinsam und besinnen sich dabei auf die Basis ihrer täglichen Arbeit: den christlichen Glauben.

„Du bist ein Gott, der mich sieht“. Diesen Satz aus dem Ersten Buch Mose, der im Jahr 2023 die ökumenische Jahreslosung darstellt, nehmen die beiden Dekanatsreferenten Romanus Kreilinger und Tobias Kriegisch in den Blick. Sehen und gesehen werden. Wahrnehmen und wahrgenommen werden. „Schauen wir bewusst auf eine oder mehrere Personen, die für unseren Alltag wichtig sind“, lädt Tobias Kriegisch die Gäste ein. Auch bei der Sternsinger-Aktion habe er dieses Jahr wieder gemerkt, wie wichtig das Hinschauen ist. „Es gibt viel Einsamkeit“, stellt Kriegisch in den Raum. Als Weiterführung des Gedankens, selbst genau hinzusehen und Ungerechtigkeiten oder Leid wahrzunehmen, kommt nun der Satz aus der Bibel ins Spiel: „Gott sieht uns, er sieht mich, er ist ein Gott, der mich wahrnimmt und dessen liebendes Auge auf mir ruht“, führt Romanus Kreilinger aus. Jeder Mensch wolle gesehen werden und es gebe kaum eine größere Verletzung im Leben, als ignoriert, missachtet oder übersehen zu werden. 

Es ist ein Satz, der sich auf den ersten Seiten der Bibel findet. Gesprochen hat ihn eine junge Sklavin, die nach einem tiefen Zerwürfnis mit ihren Herrschaften vor lauter Verzweiflung in die Wüste geflohen ist. Ihr Name ist Hagar. Sie befindet sich in einer extremen Notlage, es geht um Leben und Tod. An einer Wasserquelle erscheint ihr Gott. Sie fühlt sich gesehen; da ist jemand, der ihren Schmerz, ihr Leid und ihre Situation wahrnimmt. Und das tut ihr gut. Sehen heißt hier: „Ich nehme wahr, dass es dich gibt mit allem, was dich ausmacht. Du bist eben kein Nichts, keine Luft.“

Romanus Kreilinger hat für die Mitarbeitenden im Dekanat auch die künstlerische Gestaltung der Jahreslosung von Gunter Seibold mitgebracht. Während Menschen immer zwei Augen haben, wird Gott in der Kunstgeschichte immer mit einem Auge symbolisiert. Seibold hat das Auge gedreht und so von menschlichen Augen unterschieden und zu einem Symbol für das Sehen zwischen Himmel und Erde gemacht. 

Nach diesen Impulsen lud Dekan Kloker zu frei formulierten Fürbitten ein. Die gemeinsame Eucharistie stärkte das Gemeinschaftsgefühl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Anschließend traf man sich zum Frühstück im Gemeindesaal St. Maria. Ein guter Start in diese für viele erste Arbeitswoche des neuen Jahres 2023, der das Gefühl vermittelt hat, gemeinsam unterwegs zu sein.

„Kraft aus der Kapelle“

Zur Jahreslosung passt auch das Motto des Dekanats, das bei der Wahl der neuen Dekanatsräte für deren Legislaturperiode ausgerufen wurde: „Hinschauen – Mut machen – Leben teilen“. Passend zu diesem „Dreiklang“ bietet das Dekanatsteam drei Andachten „Kraft aus der Kapelle“ an – und zwar am: 

21. März um 18 Uhr in St. Anna, Tanau, Fichtengasse 4, Durlangen; 

27. Juni um 18 Uhr in Maria Eich, Aalen-Ebnat, anschließend Dekanatsrat; 

4. Oktober um 18.00 Uhr in der St. Wendelin-Kapelle, Hohenlohe bei Unterriffingen.

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