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Holzsubmission: Franzosen machen Weinfässer draus

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Von: Michael Scheidle

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Die Eiche war mit 1994 Festmetern der am meisten vertretenste Baum. Wolgang Müller (links) Landrat Dr. Joachim Bläse (rechts)
Die Eiche war mit 1994 Festmetern der am meisten vertretenste Baum. Wolgang Müller (links) Landrat Dr. Joachim Bläse (rechts) © Michael Scheidle

Warum diese Submission ihresgleichen sucht, Käufer aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Frankreich, den Niederlanden und den Alpen nach Bopfingen kommen - und eine „Braut“.

Bopfingen

Seit 1995 gibt es die Holzsubmission in Bopfingen. Seit 2005 ist diese unter der Federführung des Landratsamtes in Zusammenarbeit mit dem Fürstlichen Haus Wallerstein. Nun hat die 28. Submission stattgefunden.

„Es ist schon eine Traditionsveranstaltung“, sagte Johann Reck, Dezernent für Wald und Forstwirtschaft des Ostalbkreises. Von 24 Forstbetrieben waren 1864 Stämme zum Submissionsplatz gebracht worden. Über 70 Prozent des Holzes stammten aus privater Waldwirtschaft - aus den Gegenden von Ingolstadt, Augsburg bis Lorch. Unter den Stämmen waren auch Raritäten wie Maulbeerbaum, Mammutbaum oder Baumhasel. Den größten Anteil machten mit 1994 Festmetern die Eichen aus.

Ergebnis der Submission

Landrat Dr. Joachim Bläse gab das Ergebnis der Submission bekannt. „Von den angelieferten 3298 Festmetern wurde auf 3229 Festmeter Gebote abgegeben, also auf 98 Prozent.“ Pro Los seien durchschnittlich 6,3 Gebote abgegeben worden, wobei bei elf Losen ein Losentscheid notwendig gewesen sei. „Diese Submission sucht ihresgleichen“, sagte Dr. Bläse. Der Durchschnittserlös lag bei 613 Euro pro Festmeter und knüpft an das Preisniveau des Vorjahres an.

Während Eiche im Durchschnitt um 80 Euro pro Festmeter teurer geworden ist, sank bei den Nadelhölzern der Preis. Die Käufer der Hölzer kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus den Niederlanden, den Alpenregionen und Frankreich nach Bopfingen, um sich die Hölzer anzusehen. Die Franzosen verarbeiten die Bopfinger Hölzer hauptsächlich zu Weinfässern, während die meisten der Stämme bei Furnierherstellern landen.

Vom 6. Januar bis 9. Februar hatte es die Möglichkeit gegeben, sich die Stämme anzuschauen. Die sogenannte „Braut“, der teuerste Stamm, ist eine Eiche. Sie erzielte einen Preis von 3556 Euro pro Festmeter, was einen Gesamtpreis von 12 552 Euro bedeutet. Diese Eiche geht zu einem Furnierhersteller nach Nordrhein-Westfalen. Der Baum stammt aus dem bayerischen Staatsforstbetrieb Kaisheim.

Die Nachfrage ist gegenüber 2022 um circa ein Drittel zurückgegangen, das Angebot aber größer geworden. Die Stammholzpreise waren davon jedoch nicht betroffen. Der Ostalbkreis setze mit seiner Strategie, zu 100 Prozent Wertschöpfung des Holzes zu generieren, auf das richtige Pferd, resümierte Bläse.

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