Hospizdienst Aalen: Sie helfen in Notzeiten

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Corina Hetzel, Alexandra Schütz und Gerda Prasser (v.l.) bilden den Kern des Teams im Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst Ostalb und Heidenheim. Ehrenamtliche Helfer sind gerne willkommen.
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Der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst begleitet Familien. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Menschen während der Trauerphase bei.

Aalen

Sie ist Ansprechpartnerin in Notzeiten: Alexandra Schütz aus Neresheim. Die 46-Jährige hat lange die Kindertagesstätte „St. Anna“ in Kösingen geleitet. Seit vergangenem Oktober koordiniert sie bei den Maltesern in Aalen den Einsatz des Kinder- und Jugendhospizdienstes. Ihr zur Seite stehen als Vertreterin Gerda Prasser (53) und als Kinder- und Jugend Trauerbegleiterin Corina Hetzel (56). Neben diesen drei gibt es noch 24 ehrenamtliche Helfer. Weitere sind immer willkommen: „Im kommenden Januar beginnen wir wieder eine Qualifizierung“, wirbt Schütz für Hilfe bei einer Aufgabe, die sich den meisten Menschen sicher nicht gleich in ihrer ganzen Breite und Tiefe so richtig erschließt. „Wir sind Ansprechpartner in Notzeiten und helfen kostenfrei“, nennt Alexandra Schütz die Kernaufgabe.

Was der Hospizdienst bietet: Dabei sind Angebot und Hilfe individuell auf die Bedürfnisse zugeschnitten und lassen sich grob in fünf Bereiche einteilen. Diese sind „Hilfe im Alltag“, „Kinder nehmen Abschied“ und „Trauerbegleitung“. Hier geht es um Hilfe, wenn zum Beispiel in einer Familie ein Kind oder Jugendlicher mit einer lebensverkürzenden Erkrankung lebt oder wenn ein Elternteil stirbt. Dabei hilft der Hospizdienst in der Zeit zwischen Tod und Beerdigung, nimmt Kinder und auch Eltern an die Hand und versucht auch, den Tod so in das Leben zu integrieren, dass der oder die Verstorbene nicht vergessen wird.

Daneben bietet der Hospizdienst „Gruppenangebot und Seminare“, um etwa in einem geschützten Rahmen das Schicksal aufarbeiten zu können und geht auch das schwere Thema „Aufklärung über den Tod“ an. Dabei geht man bewusst auch in die Konfrontation mit Sterben, Tod und Trauer.

Hilfe für Mütter, Väter, Kranke: Doch das Angebot geht weit über diese Beispiele hinaus. Denn neben den aufgeführten Punkten bietet der Hospizdienst zum Beispiel Gesprächskreise für Mütter und Väter an, die jung verwitwet sind oder erfüllen sterbenden Menschen auch einen letzten Wunsch, in dem sie mit dem „Herzenswunsch Krankenwagen“ an einen Ort zum Abschiednehmen gebracht werden. „Wir bringen Zeit mit, entlasten und schenken Aufmerksamkeit“, sagt Gerda Prasser.

Umgang mit dem Tod: Doch schwere Themen sind es. Der tägliche Umgang mit Trauer, Schmerz und Tod. Wie geht ein helfender Mensch damit um? „Mich berühren die Schicksale sehr. Aber sie betreffen mich nicht ganz direkt. Ich bin immer so ein bisschen einen kleinen Schritt außen vor“, sagt Corina Hetzel und bekennt aber auch: „Manchmal fühle ich mich wie in zwei Welten und muss mich immer wieder motivieren, im Hier und im Jetzt zu sein.“ Noch etwas sagt sie tief berührt: „Es ist auch schön, Menschen in so einer Situation beistehen und helfen zu können. Ich mache das jetzt seit 16 Jahren und empfinde dadurch auch mein eigenes Leben als glücklicher und bin dankbarer und bewusster“.

  • Helferinnen und Helfer gesucht
  • Von Aalen aus betreut der Hilfsdienst die Landkreise Ostalb und Heidenheim. Der Dienst finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Wer ehrenamtlich mitmachen möchte: Der nächste Kurs zur Qualifizierung ist ab dem 12. Januar vorgesehen. Kontakt: Kinder- und Jugendhospizdienst: Tel.: (07361) 939435; E-Mail: kinderhospizdienst-now@malteser.org; Spendenkonto KSK Ostalb,DE44 6145 0050 0800 0244 44 Stichwort: Kinder- und Jugendhospizdienst

Trauen Sie sich, die Hilfe anzunehmen. Wir bringen viel Zeit mit.“

Alexandra Schütz, Kinder- und Jugendhospizdienst

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