Idee gegen Ärztemangel umgesetzt

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Mit dem Pilotprojekt sollen langfristig attraktive ärztliche Arbeitsplätze geschaffen werden. (Archivbild)
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Die „MEDWALD e.G. - Hausärtzliche Genossenschaft im Schwäbischen Wald“ ist gegründet worden.


Aalen. Überall im Land fehlen Ärzte. Auch im Ostalbkreis. Besonders schlecht ist die ärztliche Versorgung im Bereich Schwäbischer Wald. Ein Deckungsgrad von nur 63,2 Prozent bedeutet bundesweit den letzten Platz. Der Landkreis hat daher vor Zeiten die Initiative ergriffen und ein Pilotmodell angeschoben. Nun ist das erste Resultat sichtbar, wie Diana Kiemel vom Geschäftsbereich Gesundheit am Dienstagabend dem Ausschuss für Soziales und Gesundheit darlegte: Die „MEDWALD e.G. - Hausärtzliche Genossenschaft im Schwäbischen Wald“ ist am 4. Mai 2022 gegründet worden.

Vorstände der Genossenschaft sind Dr. Heiner Steinat (Hausarzt aus Durlangen) und Abtsgmünds Bürgermeister Armin Kiemel. Die Einlage, die die Mitglieder leisten müssen, beträgt 1000 Euro. Teilnehmende Gemeinden müssen aber zwei Geschäftsanteile zeichnen und zahlen 2000 Euro, was aber keinen Einfluss auf die Anzahl der Stimmen in der Generalversammlung hat. Die Form der Genossenschaft ist gemeinwohlorientiert. Prokurist ist bis zur Inbetriebnahme eines ersten genossenschaftlichen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Dr. Martin Felger. Sein Unternehmen Diomedes hat das Konzept für die Genossenschaft entwickelt. Es soll einen Beirat geben. Erste Hausarztpraxis, die in die Genossenschaft eingebracht wird und in ein MVZ umgewandelt wird, ist die Praxis von Dr. Steinat in Durlangen.

Mit dem Pilotprojekt sollen langfristig attraktive ärztliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Mediziner können angestellt sein, in Teilzeit arbeiten, und sollen von Verwaltungsaufgaben entlastet werden. Zudem wird so verhindert, dass sich rein renditeorientierte Finanzinvestoren einkaufen. Unisono gab es viel Lob aus den Fraktionen für diese Initiative. Viele im Gremium glauben, dass weitere dieser Genossenschaften im Ostalbkreis folgen werden und müssen. Der Beschluss für einen Zuschuss über 30.000 Euro fiel daher einstimmig.

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