Im Gmünder Himmelsgarten lebt die Kulturszene wieder auf

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Sascha Bendiks und Simon Höneß, die "Hardrocker".

Mit "Aprilinferno" als Auftakt für die Veranstaltungsreihe "Mit Abstand am besten" lebt im Himmelsgarten die Gmünder Kulturszene wieder auf.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau

Lachtränen und strahlende Gesichter waren das Ergebnis des ersten "Großereignisses" im Himmelsgarten seit Beginn der Corona-Krise. 500 Besucher konnten sich glücklich schätzen, eine Karte ergattert zu haben. Die Auftaktveranstaltung zum Kleinkunstfestival, "Mit Abstand am besten" am Donnerstag war mit dem "Gipfeltreffen der Kabarettisten", Aprilinferno ein über zweistündiger Dauerbeschuss auf Lachmuskeln und Tränendrüsen.

Dazu gehörte auch ein "Corona-Sicherheitsgefühl", für das die Veranstalter, die Gmünder Touristik & Marketing, die Konzertagentur IMK sowie die Veranstaltungstechniker vom Mixtown alle Hebel in Bewegung gesetzt hatten. Zwei Eingänge grenzten den Begegnungsverkehr der Besucher ein, unter einem "Raumschiff-Orion" nicht unähnlichen "Magic-Sky-Schirm" befanden sich die Sitzplätze in gebotenen Abständen.

Unter zwei Spinnenzelten konnten sich die Gäste mit Kaltgetränk auf die bevorstehende Veranstaltung einstimmen. Das beleuchtete "Ufo" über den Häuptern der Gäste riss Werner Koczwara zum Schwärmen hin.

Mit "Aprilinferno" wurden fünf Kabarettisten, mit kaum zu bremsender Spielfreude, nach sechs Monaten der Enthaltsamkeit auf die Besucher losgelassen. Als "gutartig, aber druckfreudig am Büffet" begrüßte Werner Koczwara Sascha Bendiks und Simon Höneß. Die, nach eigenem Bekunden, "Hardrocker", drückten mit Percussion, Mundharmonika, Orgel und Akkordeon weltbekannten Titeln der Rockmusik ihren eigenen Stempel auf und ließen die Besucher lange Zeit im Unklaren, welcher Titel gerade gespielt wurde, "Hells Bells" als Shanty, "Stairway to Heaven" rückwärts, um die "versteckten satanistischen Botschaften zu entdecken", waren nur einige der begeistert gefeierten Titel.

Frauen sollten Männer mit Bausparvertrag bevorzugen.

Werner Koczwara

Mit einer unfassbaren Wortgewalt eroberte Jochen Malmsheimer die Bühne, der tiefe, "verstörende" Einblicke in die Erziehung seines Sohnes brachte. Nach seiner Beschreibung eines Baby-Schwimmkurses ist es durchaus möglich, dass viele jetzt ein Schwimmbad und die "schwimmenden Feinheiten" genauer betrachten. Spontanes Kopfkino setzte bei der Beschreibung der Schwimmmeisterin Hilde ein, die unter Jochens Wortflut zu einem Zwischending von Karpfen und Hammerwerfer mit Schwimmhäuten mutierte.

Mit Lachwerk Süd, Ernst Mantel und Werner Koczwara, erhielt die schwäbische Sprache den Adelsschlag. Unglaublich Mantel, der aus dem Stegreif minutenlang demonstrierte, in wie vielen Wörtern der Schwabe ein "sch" nutzt. Die Kartoffelsalathymne war Pflicht und schwäbische Frauen sollten "Männer mit Bausparvertrag" bevorzugen. Koczwaras Ausflug in seine Kindheit ließ die Besucher trotz aller "Tragik" beben, Sexualaufklärung fand mit Blicken durchs Schlüsselloch und vielen Hormonexplosionen statt.

Der "schlimmste Werbespot der Welt", schlimmer als Freddy Krüger, bekam durch Willy "Seitenbacher" Pfannenschwanz sein eigenes Gesicht. Als Stargast begleitete der Unternehmer Mantel und Koczwara beim "Seitenbacher-Song". Schwäbisch-charmant erfolgte der "Rausschmiss" der Besucher durch die geballte Kabarettistentruppe à cappella und mit umgetexteten "Nehmt Abschied Brüder".

Werner Koczwara (links) und Ernst Mantel, das "Lachwerk Süd", begeisterten die Besucher im Himmelsgarten. Unter anderem mit der Kartoffelsalathymne.
Zeltdach, ans Raumschiff "Orion" erinnernd.

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