Naturfotograf Tobias Gärtner

Im Lebensraum der Fuchswelpen, Teil 1

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Tobias Gärtner bloggt für diese Zeitung über sein Hobby: Naturfotografie.

Ostalb. Tobias Gärtner ist Hobby-Naturfotograf. Sein Revier ist die Ostalb. In unserem neuen Blog „Tobias‘ Naturfotografie“ berichtet er von seinem Hobby und gibt nützliche Tipps, was bei der Wildtier- und Naturfotografie zu beachten ist. In seiner ersten Serie schreibt er, wie es ihm gelang Fuchswelpen vor die Kamera zu bekommen.

Der Beginn: Mittwoch 21. April 2021, 7:52 Uhr. Mein Handy zeigte mir eine neue WhatsApp-Benachrichtigung an. Es war die Nachricht eines befreundeten Jägers, welcher mir ein Foto von seiner Wildkamera sendete. Darauf abgebildet eine Fuchsfähe mit ihrem Nachwuchs. Eine Aufnahme und Gelegenheit, auf die ich seit drei Jahren warte. Alleine im vergangenen Winter und im Frühjahr habe ich vier potenzielle Bauten regelmäßig besucht und (in Absprache mit den Jagdpächtern) mit Wildkameras beobachtet. Jedoch war keiner der Bauten ansatzweise befahren. Mehr wie ein paar Vögel oder einmal ein einzelnes Reh war im Regelfall nicht zu sehen.

Noch am gleichen Abend also konnte ich mit dem Jäger sprechen, um zu klären, ob es eine Möglichkeit gibt, diesen Bau zu besuchen und für Aufnahmen des Nachwuchses zu nutzen. Da wir uns bereits seit geraumer Zeit kennen und er mir vertraut, war es für ihn glücklicherweise kein Problem, mir mehr über den Bau und die Örtlichkeit zu erzählen.

Tipps vom Naturfotografen

Zwei Tage später, an einem Freitagabend, verabredeten wir uns, damit wir erstmalig gemeinsam zu dem Bau laufen, um uns die örtlichen Gegebenheiten anzuschauen. Anhand der Wildkameraaufnahmen wussten wir zudem, wann ungefähr die Füchse abends vor dem Bau sind. Wir wollten die Tiere nicht stören und deshalb vor ihnen dort sein. Vor Ort ergaben sich schnell ein, zwei potenzielle Stellen in ausreichender Entfernung und mit guter Sicht auf den Bau. Zudem war für die darauffolgenden Tage Wind aus Norden angesagt. Perfekte Bedingungen, damit der Wind vom Fuchsbau weg und in meine Richtung weht. So nehmen die jungen Füchse meinen Geruch nicht wahr.

Tobias-Tipp 1: Was ich jedem nur raten kann: Egal welches Tier du dir zum Ziel gesetzt hast oder zum ersten Mal besuchen bzw. fotografieren möchtest, schaue dir vorher in Ruhe die örtlichen Gegebenheiten an. Es ist viel einfacher (und erzeugt weniger Störung), wenn man beim ersten Ansitz genau weiß, wo man hinmöchte und wie man sich einzurichten hat.

Tobias-Tipp 2 : Gerade zu Beginn ist es wichtig, sich beim ersten Ansitz in ausreichend großer Distanz zu platzieren und die Tiere erst einmal zu beobachten. Sie dadurch nicht gleich zu stören. Man muss sich ja auch immer bewusst machen, dass man sich in den direkten Lebensraum der Tiere begibt und sich in Ihrem "Wohnzimmer" aufhält.

Nachdem die örtlichen Gegebenheiten besichtigt waren, machte ich mich noch am selben Abend an die Planung und Vorbereitung für den ersten Ansitz. Denn gleich am darauffolgenden Vormittag wollte ich natürlich das erste Mal hin.

Podcast "Ein Glas mit Lars" mit Tobias Gärtner.

Tobias Gärtner legt sich auf die Lauer.

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