Impfzentrum: 300 Freiwillige wollen helfen - fehlt nur noch der Impfstoff

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Symbolbild: pixabay
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In der Sitzung in der Stadthalle geht es auch um den Stand bei der Bewältigung der Corona-Pandemie und des Impfzentrums.

Aalen

Corona ist aktuell das vordringlichste, lebensbestimmende Thema. Auch bei der Sitzung des Kreistags am Dienstag in der Stadthalle Aalen. Noch vor dem Abarbeiten der Tagesordnung mit der einstimmigen Verabschiedung des Haushaltes 2021 ging es um den aktuellen Stand der Pandemiebewältigung im Landkreis. Thema war auch das Impfzentrum in Aalen, das am 15. Januar bereit sein soll.

"Wir haben dieses diffuse Geschehen", beschreibt Landrat Dr. Joachim Bläse die aktuelle Lage. Auch immer wieder an einigen Schulen. Er hofft auf etwas Stabilität durch die vorgezogenen Ferien.

23 Ausbrüche in Einrichtungen

Besonders in Einrichtungen der Alten- und Behindertenpflege gebe es immer wieder auch "relativ dramatische Fälle", berichtet Thomas Wagenblast, Dezernent für Ordnung, Verkehr und Veterinärwesen. 23 Ausbrüche seit Mitte Oktober in Einrichtungen für Senioren und Behinderte habe es im Ostalbkreis gegeben. 55 mobile Testungen habe man seitdem durchgeführt.

FFP-2-Masken werden verteilt

Aktuell laufe die Verteilung der FFP-2-Masken in den Einrichtungen an, so Wagenblast weiter. 90 Masken pro Person für die nächsten drei Monate. Lagermöglichkeiten habe man in Absprache mit dem technischen Hilfswerk gefunden. Ebenso solle es in Einrichtungen laut Landesverordnung mehrfach Testungen pro Woche geben, da dort besondere Schutzmaßnahmen notwendig seien. "Da warten wir, da wissen wir noch nicht Bescheid", sagt Wagenblast. Es sei Aufgabe des Landkreises, die Verordnungen des Landes umzusetzen, ergänzt Bläse. "Das müssen wir in die Fläche bringen, unterstützen und begleiten."

Impfzentrum: acht Straßen

Vom Bund habe der Landkreis seine Hausaufgaben am 1. Dezember bekommen, erklärt Wagenblast zum Stand beim Impfzentrum. Gleich in der ersten Woche habe man sich vor Ort in der Aalener Ulrich-Pfeifle-Halle ein Bild über Raumaufteilung und Dimensionierung gemacht, zudem das Impfzentrum in Ulm besucht. Am 8. Dezember habe man dann die Halle mit Hilfe der Bundeswehr und des THW geleert, die Geräte eingelagert, danach die Böden verlegt. "Wir sind jetzt aktuell dabei, die Raumstruktur aufzubauen", so Wagenblast. Nach den Weihnachtsfeiertagen könne man die Möblierung angehen.

Wir haben dieses diffuse Geschehen.

Dr. Joachim Bläse Landrat Ostalbkreis

Acht lineare Straßen für den Fluss der Patienten solle es geben, damit sich keine Wege kreuzen. Registrierung, Aufklärungsfilm, Aufklärung durch den Arzt, Impfung und danach ein Nachwartebereich würde man so organisieren, dass sich die Wege nicht kreuzen. "Man kann aber nur mit Terminreservierung kommen", so Wagenblast.

Helfer: 300 Rückmeldungen

Für all das braucht es Personal. Rund 300 Rückmeldungen sind nach einem ersten Aufruf des Landratsamtes laut dem Dezernenten eingegangen. Rund 100 von Menschen aus dem medizinischen Bereich, über 30 von Ärzten. Die müssten nun gesichtet, Anstellungsmodalitäten vorbereitet werden.

Hard- und Software vom Land

Sämtliche Hard- und Software für das Impfzentrum stellt laut Thomas Wagenblast das Land. "Damit Stabilität gewährt wird". Noch für den Dezember rechne man mit der Terminvereinbarungssoftware. "Wir hoffen, dass wir dann entsprechend loslegen können." Das Land stelle auch Material wie Pflaster für die ersten 28 Tage zur Verfügung. Dann kann nachbestellt werden.

Wer wo wann aber bereits impfe, das sei momentan ein wenig unübersichtlich, so Bläse. . Man habe aber in der EU vereinbart, auf einen sicheren Impfstoff und eine "saubere Zulassung" zu setzen.

Bekannt ist während der Sitzung aber bereits, dass auch in Deutschland schon vor dem Jahreswechsel die ersten Menschen gegen Corona geimpft werden könnten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in Aussicht gestellt, dass es zu einer Zulassung des Impfstoffes noch vor dem 24. Dezember kommen könnte. Darauf weist Dr. Gunter Bühler gegen Ende hin. Ob es denn nicht auch im Ostalbkreis schon früher losgehen könne? "Wir brauchen diesen Hoffnungsschimmer", sagt er.

Wenn man den Impfstoff habe, könne es losgehen, so Bläse. Die mobilen Impfteams seien einsatzfähig. Starten werde man ohnehin in Pflegeheimen. Drei Impfteams soll es geben. Aufgrund der großen Fläche des Ostalbkreises und damit man nichts im Kühlschrank lagern müsse.

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