In Schulen, Hallen und Bädern wird’s wohl kälter

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Landrat Bläse zeigt eine Grafik, die den Anstieg des Gasbedarfs ab September verdeutlicht - und die zeigt, dass der private Anteil (blau) am Gasverbrauch besonders hoch ist.
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Landrat Dr. Joachim Bläse kündigt Einschränkungen an in allen Bereichen, die mit Energie zu tun haben.

Aalen. Von einem „schwierigen Herbst“, einem „unsicheren Jahreswechsel“ sprach Landrat Dr. Joachim Bläse im Rahmen eines Sommergespräches an diesem Donnerstag. Insbesondere beim Thema Energie werde der Bürger in den nächsten Monaten mit Einschränkungen leben müssen. Ganz konkret nannte der Landrat Sporthallen, Bäder, auch Schulen. Es gehe daher darum, den Menschen zu vermitteln, dass Energie gespart werden muss – und zwar in allen Bereichen. „Alles, was wir jetzt nicht brauchen, hilft, dass unsere Vorräte länger reichen“, sagte Bläse. Zusammen mit den Bürgermeistern der Städte und Gemeinden habe er sich darauf verständigt, dass das Thema Energiesparen gemeinsam organisiert werde. „Wir müssen alle zusammenstehen und uns bewusst werden, dass man staatsbürgerliche Pflichten viel stärker erfüllen muss“, appellierte dabei Bläse an den Gemeinsinn aller. Und um den gehe es jetzt. Zwar sei zum Beispiel der private Bereich bei der Gasversorgung besonders geschützt – stärker als etwa die Wirtschaft. Aber es nütze ja nichts, sich darauf auszuruhen – und dabei die Wirtschaft „an die Wand zu fahren“. Es gebe mehrere Szenarien. Die schlechtesten gehen davon aus, dass bereits im Dezember akuter Mangel herrscht, Die besseren Szenarien sagen einen solchen Mangel erst im Februar voraus. Auf jeden Fall sieht der Landrat Handlungsbedarf. „Wir müssen uns klarmachen, dass das, was wir jetzt sparen, dem nicht-geschützten Beriech hilft, dazu gehören unsere Firmen.“ Das seien ja nicht nur Unternehmen, sondern das seien Arbeitsplätze, das seien Steuereinnahmen und das sei letztlich „unser Wohlstand insgesamt“. Es gehe jetzt darum, zu überlegen, was möglich ist, auch rechtlich. „Ist das schon ein Katastrophenfall?“, auch darüber müsse man nachdenken.

Schulen, Sport: Stress

Und konkret über Einsparungen reden, etwa in Sporthallen: „Brauchen wir da 19 Grad Temperatur oder reichen auch 14 oder 15 Grad?“, auch das sei ein Thema.  Darüber, wie in Schulen geheizt wird, müsse und werde man sprechen. „Ich weiß, dass ich da jetzt alle Elternverbände gegen mich habe“, so Bläse. Aber wenn jeder auf seiner Position verharrt, dann könne es sein, „dass im Januar das Gas ausgeht“. Ihm sei klar, dass das „Stress“ gibt. Auch den Sportbetrieb, insbesondere den Hallensport, werde es treffen. In manchen Gemeinden könne bereits jetzt nur noch kalt geduscht werden.

Über Flächen sprechen

Parallel dazu werde ein Prozess angeschoben, in dem es darum geht, Energiesicherheit zu schaffen. Dazu organisiere die Landkreisverwaltung einen Energiegipfel für den 16. September, an dem alle zusammenkommen, die mit dem Thema zu tun haben. Auch dabei gehe es darum, über Positionen zu sprechen. Mehr Flächen für die Energiegewinnung sei dabei ein wichtiges Ziel – da müsse man mit Landwirten, aber auch mit Naturschützern und über versiegelte und bislang geschützte Flächen sprechen – und wieder gelte dabei: „Wenn jeder auf seinen Positionen beharrt, kommen wir nicht weiter.“

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