Intensivstationen: Entspannung ist im Ostalbkreis noch nicht in Sicht

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Die Patienten auf den Intensivstationen im Kreis werden jünger.
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Die Patienten auf den Intensivstationen werden jünger. Ostalb Klinikum richtet zusätzliche Intensivüberwachungsstation ein für nicht Corona-Patienten.

Aalen. Eine Trendwende ist im Ostalbkreis noch nicht zu erkennen. Das sagt Professor Dr. Markus Kredel, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin am Ostalb-Klinikum in Aalen. Immer noch liegen in den drei Ostalb Kliniken Aalen, Ellwangen und Mutlangen viele Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, auf den Intensivstationen. Auch die Infektionszahlen im Landkreis bleiben hoch. 132 Neuinfektionen wurden am 5. Mai laut Landratsamt gemeldet. Der bundesweite Trend der Entspannung auf den Intensivstationen ist noch nicht in Ostwürttemberg angekommen.

„Die Situation ist wie vor zwei Wochen weiterhin angespannt“, berichtet der Chefarzt. Am Mittwoch sind mehr als die Hälfte der Intensivbetten von Corona-Patienten belegt. Das sind 20 der 32 verfügbaren Betten. Davon sind es allein acht Betten in Aalen. Drei der acht Patienten kamen in den vergangenen 24 Stunden neu hinzu, sagt Prof. Kredel. Zudem müssen vier der acht Patienten auf der Aalener Intensivstation künstlich beatmet werden. Die Lage bleibt weiterhin ernst.

Dabei werden die Covid-Patienten auf den Intensivstationen auch immer jünger. Die Altersspanne liege zwischen 30 und 70 Jahren. „Der Schwerpunkt liegt bei 50 bis 60-Jährigen“, sagt Prof. Kredel. Ob es dabei einen Zusammenhang mit der Impfkampagne bei den über 80-Jährigen gebe oder es an der britischen Virusmutante liege, dass die Patienten jünger sind, könne man nicht sagen, meint der Mediziner.

Der Schwerpunkt liegt bei 50 bis 60-Jährigen.“

Professor Dr. Markus Kredel

Keine relevanten Vorerkrankungen

Der Verlauf der Corona-Erkrankung jedoch sei bei jedem anders. Denn nicht jeder, der mit einem schwereren Verlauf der Viruserkrankung auf der Intensivstation ist, hatte relevante Vorerkrankungen.

Patienten, die direkt auf die Intensivstation kommen, erhalten zunächst ein Sauerstoff-/Luftgemisch mit hohem Fluss über die Nase oder werden über eine Maske von einem Beatmungsgerät unterstützt. Bei einer Verbesserung kann der Patient bereits nach ein bis zwei Wochen die Intensivstation verlassen. Bei schwereren Verläufen müsse künstlich beatmet - also intubiert - werden. Dabei kann es zu einem mehrwöchigen Aufenthalt kommen.

Zusätzliche Intensivstation für Nicht-Corona-Patienten

Im Ostalb-Klinikum Aalen wurde bereits eine zusätzliche Intensivüberwachungsstation eingerichtet, um das Angebot für Patienten, die nicht an Covid erkrankt sind, aufrecht zu erhalten. Dort können sechs Patienten behandelt werden, die intensiv überwacht werden müssen. „Zum Beispiel nach Notfall- oder Tumoroperationen, schweren Schlaganfällen oder Herzinfarktpatienten“, berichtet Prof. Kredel. Für diese Station sei zusätzliches Personal hinzugezogen worden. Pflegerisches Personal aus Funktionsbereichen und Ärzte, die aktuell nicht auf einer Intensivstation arbeiten, jedoch die nötige Erfahrung mitbringen. „Die Station ist in einem Mehrschicht-Betrieb rund um die Uhr besetzt.“

Warum sich die DIVI-Zahl von der Zahl der tatsächlich vorhandenen Betten unterscheidet

An den drei Klinikstandorten Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen sind derzeit 32 intensivmedizinische Betten für Erwachsene vorhanden. Das DIVI-Register zählt weitere 20 Intensivbetten hinzu, die für Kinder vorgesehen sind. Zudem werden noch einmal 20 Intensivbetten im SRH-Fachkrankenhaus Neresheim hinzugezählt. Jedoch werden dort keine Covid-19-Patienten behandelt.

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