Inzidenz-Ausrutscher am Wochenende zählen nicht: Öffnungsschritte am Samstag weiter möglich

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Lange Lockdownmonate haben die Gastronomen hinter sich. Die 7-Tage-Inzidenz des Ostalbkreises macht allerdings Hoffnung. Ist sie fünf Werktage in Folge unter 100, darf geöffnet werden. Archivfoto: opo
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Das Pfingstwochenende zeigte, wie kompliziert das Inzidenz-Regelwerk um die Inzidenzen ist. Der Ausbruch der brasilianischen Virusvariante in Kirchheim bereitet Sorgen.

Aalen. Die schlechte Nachricht: Am Samstagabend, 23. Mai, hatte das Landesgesundheitsamt für den Ostalbkreis eine Inzidenz von 105,7 gemeldet. Damit wäre die Reihe der Werktage unter 100 unterbrochen gewesen. Die gute Nachricht: Das Robert Koch-Institut bestätigt die Werte immer mit einem Tag Verspätung - somit zählt der eigentlich am Samstag gemessene Wert offiziell erst für Sonntag - und das ist kein Werktag.

Auch im Landratsamt herrschte am Dienstagvormittag zunächst noch Unklarheit, was nun gilt. Dort hat man sich nun mit dem zuständigen Sozialministerium abgestimmt und kommt somit offiziell auf diese Zählung:

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Ostalbkreis laut Robert Koch-Institut

Freitag, 21. Mai: 97,4 (1. Werktag)

Samstag, 22. Mai: 98,7 (2. Werktag)

Sonntag, 23. Mai: 105,7 (Sonntag – unterbricht nicht die Zählung)

Montag, 24. Mai: 103,8 (Feiertag – unterbricht nicht die Zählung)

Dienstag, 25. Mai: 97,4 (3. Werktag)

Wie das Landratsamt mitteilt bedeutet das also: Noch zwei weitere Tage unter 100 könten am Donnerstag, 27. Mai zu einer öffentlichen Bekanntmachung führen. Damit wären dann Öffnungsschritte ab Samstag, 29. Mai möglich.

Die ersten Öffnungsschritte

- Öffnung von Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben wie Ferienwohnungen oder Campingplätzen.
- Öffnung der Außen- und Innengastronomie zwischen 6 und 21 Uhr.
- Öffnung von Betriebskantinen sowie Mensen an Universitäten und Hochschulen.
- Zulässigkeit von Kulturveranstaltungen, insbesondere von Theater-, Opern- und Konzertaufführungen sowie Filmvorführungen im Freien mit bis zu 100 Teilnehmenden.
- Zulässigkeit von Spitzen- oder Profisportveranstaltungen im Freien.
- Öffnung von Galerien, Museen und Gedenkstätten.
- Öffnung von Archiven und Bibliotheken.
- Öffnung von zoologischen und botanischen Gärten im Außen- und Innenbereich.
- Öffnung von Musik-, Kunst-, Jugendkunstschulen für kleine Gruppen von zehn Schülerinnen und Schülern.
- Öffnung von kleineren Freizeiteinrichtungen im Freien (Minigolfanlagen, Hochseilgärten, Bootsverleih) für kleine Gruppen von bis zu 20 Personen.
- Öffnung von Sportanlagen für den kontaktarmen Freizeit- und Amateursport im Freien für kleine Gruppen bis 20 Personen.
- Öffnung von Außenbereichen von Schwimm-, Thermal- und Spaßbädern und sonstigen Bädern sowie Badeseen.

Auch Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen sind dann vorgesehen. Dann dürften sich wieder bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Aktuell ist nur eine weitere Person aus einem anderen Haushalt erlaubt.

Die weiteren Öffnungsschritte

Weitere Öffnungsschritte für die Stufen 2 und 3 betreffen insbesondere Kulturveranstaltungen in Innenräumen sowie größere Veranstaltungen im Freien. Die Öffnungsstufen 2 und 3 treten dann in Kraft, wenn die jeweiligen Stadt- und Landkreise 14 Tage in Folge im Durchschnitt sinkende Inzidenzwerte aufweisen können. In jedem Fall gelten die Öffnungsschritte für Stadt- und Landkreise nicht mehr, wenn die Bundesnotbremse in Kraft tritt, sprich drei Tage in Folge eine 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten wird.

Brasilianische Virusvariante in Kirchheim ausgebrochen

Landrat Dr. Joachim Bläse hält es noch für zu früh, „um jetzt in Jubel auszubrechen“. Dafür seien die Zahlen einfach noch nicht dauerhaft stabil unter der 100er-Marke. Auch zeige der Blick auf die detaillierten Zahlen, dass es „schnell wieder nach oben gehen kann“, etwa, wenn man aktuell auf den Bopfinger Raum schaue, wo es einige neu mit der brasilianischen Virusvariante Infizierte gebe. „Wenn wir nachlässig werden, gehen die Zahlen schnell wieder nach oben“, sagte der Landrat. Deswegen sei das Signal, das er senden möchte: „Es kann Öffnungen geben, wenn wir nicht nachlässig werden.“ Grundsätzlich aber freue er sich, dass die 7-Tages-Inzidenz vom Trend her nach unten gehe. In Anbetracht der zu erwartenden Urlaubsrückkehrer, sagte Bläse: „Die nächsten Tage werden zeigen, wie stabil der Trend ist.“ Für Mittwoch zumindest zeigt der Trend weiter nach unten. 

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