Inzidenz im Ostalbkreis über 150 - Ausgangssperre ab kommender Woche?

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Landrat Dr. Joachim Bläse: "Ausgangsbeschränkungen sind ohne Rückgang der Neuinfektionen unvermeidlich!"

Aalen. Am Mittwoch hat das Landessozialministerium deutlich gemacht, ab wann die in der aktuellen Corona-Verordnung des Landes genannte nächtliche Ausgangsbeschränkung zum Tragen kommen muss. Demnach müssen Landkreise diese spätestens ab einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 150 "ernsthaft in Betracht ziehen". Der Ostalbkreis hat seit Sonntag diese Marke überschritten. Nach einer Analyse des Infektionsgeschehens im Kreis durch das Gesundheitsamt wird die Landkreisverwaltung über die Osterfeiertage die Ausgangsbeschränkung noch nicht verfügen. Steigen allerdings die Infektionszahlen trotz Ferien und teils freien Tagen in den Kitas nächste Woche weiter, werde es eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr geben, kündigt Landrat Dr. Joachim Bläse an.

Hoffen auf Ferien-Effekt: "Wir führen viele Neuinfektionen auf Ausbrüche in Schulen und Kitas zurück, die dann in die Familien und von dort weitergetragen werden. Nachdem seit Mittwoch dieser Woche Ferien sind, setzen wir darauf, dass die Familien sich an die Kontaktbeschränkungen einschließlich dem konsequenten Tragen der Maske, wo vorgeschrieben, halte", sagt Bläse. "Auch wenn das frühsommerliche Wetter verführerisch ist", so appelliert Bläse "doch dringend an alle, im privaten Bereich keine Gruppen zu bilden und speziell auch bei den Kindern und Jugendlichen darauf zu achten, dass dies nicht der Fall ist."

Keine Gruppenbildung: "So verlockend Bolz- und Spielplätze sind: Gruppenbildung, und das womöglich noch ohne Maske, geht nicht!", so der Landrat. Wer sich an die Vorgaben der Corona-Verordnung nicht halte, der trage "unmittelbar mit dafür die Verantwortung, dass der gesamte Kreis zusätzlich zu den bisherigen Lockdown-Maßnahmen in die Ausgangsbeschränkung" müsse. "Unser aller Ziel muss es aber doch gerade sein, die Entwicklung umzukehren, damit der geschlossene Einzelhandel und die Gastronomie wieder eine Öffnungsperspektive haben", mahnt Bläse.

Keine Modellprojekte aktuell: Angesichts der hohen Inzidenzwerte werde das Land Modellprojekten zum kontrollierten Öffnen nicht zustimmen. "Das heißt, auch unser Antrag auf kontrolliertes Öffnen ist zunächst zurückgestellt. Wir werden im Hintergrund natürlich mit den Kommunen trotzdem an unserem Konzept weiterarbeiten, das auch die Einführung der Luca-App beinhaltet", wird Bläse deutlich.

Bußgelder drohen: Mit der Polizei stehe die Landkreisverwaltung im Kontakt, "um wieder verstärkt die Einhaltung der Corona-Verordnung zu kontrollieren, durchzusetzen und bei Verstößen ein Bußgeld zu verhängen", so Bläse weiter.

Testen und verstärktes Impfen: Dass flankierend zur geforderten Zurückhaltung und Kontaktbeschränkung der Bevölkerung flächendeckend von den kostenlosen Bürgertestungen vermehrt Gebrauch gemacht werden muss, sei eine weitere Maßnahme zur Pandemie-Bekämpfung, sagt Bläse. Ebenso wichtig sei ein besserer Fortschritt beim Impfen. "Wir begrüßen, dass in Kürze auch niedergelassene Ärzte impfen werden. Allerdings sollte zunächst auf die bestehenden und funktionierenden Strukturen der KIZ schwerpunktmäßig gesetzt werden", erklärt Bläse.

KIZ aufrüsten: Der Landrat setzt sich deshalb bei Minister Lucha dafür ein, "das KIZ in Aalen voll auszulasten und IT-technisch auszustatten, damit täglich rund 1000 Impfungen durchgeführt werden könnten". Außerdem bittet Bläse um die Genehmigung, den Einsatzbereich der Mobilen Impfteams auf weitere Bevölkerungsgruppen wie etwa über 70-Jährige einsetzen.

Gerechtere Impfstoffverteilung: Gemeinsam mit den Landräten des Rems-Murr-Kreises, des Schwarzwald-Baar-Kreises und der Kreise Böblingen, Konstanz und Ravensburg fordert Bläse von Sozialminister Lucha mit Blick auf den anstehenden Impfgipfel, dass zukünftig bei der Verteilung des Impfstoffs auf die Landkreise, die nur ein Kreisimpfzentrum haben, stärker die Einwohnerzahlen berücksichtigt werden. Daneben sollte auch die Entfernung zum nächsten Zentralen Impfzentrum Beachtung finden, weil hieraus eine zusätzliche Unwucht gerade für den Ländlichen Raum entstehen kann.

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